Ärzte mit Hausapotheke verschreiben mehr

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Berlin -

Ärzte mit eigener Apotheke verschreiben mehr Medikamente. Eine Studie belegt, dass zwar besonders Spezialisten, aber auch Hausärzte damit die Gesundheitskosten in die Höhe treiben. Hochgerechnet verursacht die Medikamentenabgabe durch Haus- und Fachärzte demnach Mehrkosten von rund 300 Millionen Franken jährlich.

Medikamentenkosten gehören nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz zu den größten Ausgabeposten im Gesundheitswesen. Laut der Studie verursachen Ärzte mit eigener Apotheke besonders hohe Kosten. Die in der Schweiz fast in allen Kantonen erlaubte Selbstdispensation erhöht demnach die Medikamentenkosten bei Hausärzten um 51 Prozent und bei Fachärzten um 32 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie der Ökonomen Daniel Burkhard, Christian Schmid und Kaspar Wüthrich.

Demnach sollen die Mehrkosten vor allem darauf zurückzuführen sein, dass schlicht mehr Medikamente verschrieben würden. Hochgerechnet verursache die Medikamentenabgabe durch Haus- und Fachärzte demnach zusammengerechnet jährliche Mehrkosten von rund 300 Millionen Franken. Das soll etwa einem Prozent der Krankenkassenbeiträge entsprechen.

Ein Grund für die Verschreibung von mehr Medikamenten vermuten die Autoren der Studie offenbar im finanziellen Anreiz, da die Ärzte mit einer gesetzlich geregelten Vertriebsmarge, die auf den Herstellerabgabepreis aufgeschlagen wird, mitverdienen.

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