Teleclinic/DocMorris: Mit E-Rezept auf Apotheken-Akquise

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Berlin -

Die flächendeckende Einführung des E-Rezepts könnte noch einmal verschoben werden, private Verordnungen werden allerdings schon digital versendet. Ein Apotheker aus Nordrhein-Westfalen hat jetzt erstmals ein Rezept von Teleclinic geschickt bekommen – mit prominenter Werbung für den Marktplatz von DocMorris.

Die Apotheke erhielt zunächst einen Anruf von Teleclinic, ob sie ein Rezept annehmen würde. Im nächsten Schritt folgte die angekündigte E-Mail mit einem Link zum E-Rezept. Der Apotheker konnte hier noch entscheiden, ob er das Rezept annehmen möchte oder nicht. „Bis hierhin fand ich den Prozess vollkommen in Ordnung“, berichtet der Inhaber.

Doch als er auf den Link geklickt und das E-Rezept abgerufen hatte, entdeckte er direkt unterhalb der Verordnung eine Werbung von DocMorris: „Interessiert an weiteren Rezepten?“, heißt es in der Überschrift. Und im Folgenden: „Mit dem DocMorris Marktplatz bieten wir Ihnen das digitale Sprungbrett für Ihre Apotheke. Profitieren Sie als lokaler Apothekenpartner von unserer Reichweite und Technologieführerschaft.“ Über den Button „Ja, ich bin interessiert“ stimmt die Apotheke zu, dass Teleclinic die Kontaktdaten an den Marktplatz-Betreiber weitergeben darf.

DocMorris sucht seit einiger Zeit unter Hochdruck nach Apotheken, die auf dem Marktplatz die Expresslieferung übernehmen. Auch Telefonakquise gehörte bereits dazu. Die Zeit drängt: Noch im Dezember sollen Website und App von DocMorris in den Marktplatz überführt werden. Zwar sind in letzter Zeit weitere Apotheken hinzugekommen, sodass auch etwa in Düsseldorf, Bottrop, Jena, Kassel und Stuttgart die Lieferung am selben Tag möglich ist. Doch es gibt nach wie vor viele weiße Flecken auf der Landkarte, während parallel Lieferdienste wie Mayd und First A auf den Markt drängen und mit ihren Fahrradkurieren die Metropolen erobern.

DocMorris verspricht Apotheken, dass sie von der Reichweite profitieren können. Dafür zahlen sie eine Transaktionsgebühr von 10 Prozent sowie eine monatliche Pauschale in Höhe von 399 Euro. Zum Start entfällt die Bereitstellungsgebühr, mindestens in den ersten drei Quartalen. Auch die ersten 50 OTC-Bestellungen sind frei. Trotz des Einführungsangebots hat der Apotheker aus NRW nach eigenem Bekunden kein Interesse. Das Rezept für Teleclinic hat er aber eingelöst.

Teleclinic gehört seit vergangenem Sommer zu DocMorris. Zwar gilt auch für E-Rezepte ein Zuweisungsverbot, viele Apotheken befürchten aber, dass die großen Versender Mittel und Wege finden werden, Rezepte zu sich zu lotsen. Nicht umsonst sehen diese im E-Rezept den Heilsbringer für ihr Rx-Geschäft. Die Kooperation mit Online-Ärzten ist ein naheliegender Weg, einfach an Rezepte zu kommen. Dem Mitbewerber Shop Apotheke war kürzlich die allzu offensichtliche Zusammenarbeit mit Zava untersagt worden.

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