DocMorris versenkt seine Versandapotheke

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Berlin - DocMorris will zum Jahresende aufhören, eine reine Versandapotheke zu betreiben. Stattdessen sollen der heutige Webshop und die zugehörige App künftig komplett zu einer Plattform zusammengeführt werden. Unter der DocMorris-Domain finden Verbraucher dann nicht mehr nur die Versand-, sondern auch die zugehörigen Vor-Ort-Apotheken des Marktplatzes. Damit das Konzept aufgeht, braucht DocMorris allerdings deutlich mehr Partnerapotheken als bisher. So viele wie auf Gesund.de müssen es laut DocMorris-Deutschlandchef Walter Hess allerdings auch nicht sein – ihm gehe es um Qualität, nicht Quantität der Apotheken.

DocMorris Plus verliert sein Rechenzeichen: Künftig sollen alle Aktivitäten des Versenders unter der einheitlichen Marke DocMorris vereint werden. Die bisherige Konstellation aus Versandapotheke und Plattform DocMorris+ soll bis Ende dieses Jahres aufgegeben werden: Dann finden Verbraucher auf der Website von Docmorris nicht mehr nur einen Webshop, sondern die gesamte Bandbreite von Arzneimittelshopping über Telemedizin und Übertragung von E-Rezepten bis hin zu den Partnerapotheken der Plattform. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage.

Die reine Versandapothekenseite hört damit formal auf zu existieren. Stattdessen würden alle Services und Angebote dann unter der Domain zusammengeführt. Aus Verbrauchersicht heißt das: Wer sich auf der Website oder in der App ein Arzneimittel aussucht oder ein E-Rezept einsendet, kann dann direkt wählen, ob das Medikament per Versand, Botendienst oder Abholung beliefert werden soll. Die Verbraucher können bei den Lieferoptionen entscheiden, ob sie den Botendienst der Vor-Ort-Partner nutzen wollen. Die jetzigen Partner-Apotheken von DocMorris+ würden dann eine Lieferoption sein, so der Sprecher. Zudem könnten die Verbraucher auch den Versand über die niederländische Online-Apotheke wählen. „Der Fokus liegt auf der DocMorris-Plattform-App.“

Optisch werde die Internetseite im Stil der neuen DocMorris-App gehalten sein. Es gebe eine einheitliche Frontseite. Mit dem integrierten Angebot wolle DocMorris einen kundenzentrierten, agilen Ansatz mit einem klaren Fokus auf eine optimale Kundenzentrierung verfolgen, erklärte Hess kürzlich vor Investoren. Soll heißen: Die Kunden haben alles an einem Ort und können die gesamte Bandbreite der angebotenen Leistungen mit ein paar Klicks erreichen, ohne zwischen alleinstehender Versandapotheke und Plattform wechseln zu müssen. Man könnte aber auch sagen: Durch die ohnehin bereits erfolgte Integration der Versandapotheke in die Plattform erübrigt sich deren alleinstehender Weiterbetrieb.

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