Versender sammelt Partnerapotheken ein

DocMorris+ auf Telefonakquise

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Berlin -

Die Plattform-Anbieter werben um Vor-Ort-Apotheken. Gesund.de sammelt Verbünde ein und auch DocMorris ist für die eigene Marktplatz-App in der Akquise aktiv: Zahlreiche Apotheker:innen wurden in den vergangenen Tagen angerufen – und auch die Zahl der Partnerapotheken ist gewachsen.

Apotheker Uwe Hansmann erhielt kürzlich einen Anruf im Auftrag von DocMorris. Dem Inhaber der Alten Apotheke in Lilienthal wurde ein neues Konzept für die Zusammenarbeit angeboten. „Ich habe vorher schon gehört, dass Kollegen angerufen werden“, sagt er. Die Art und Weise sei „befremdlich“ gewesen. Die Anruferin ist bei Hansmann bei einem DocMorris-Kritiker gelandet und bekam die Meinung des ehemaligen Vize-Chefs beim Apothekerverband Niedersachsen prompt zu spüren.

„Ich habe ihr gesagt, dass Zur Rose mit Saudi-Dollars gesponsert wird. Die Firma erzielt keine Gewinne, Marktanteile werden gekauft, um den Markt zu beherrschen. Da ist es ruhig am Telefon geworden“, so Hansmann. „Ich habe ihr mit der gebotenen Zurückhaltung gesagt, was ich von dem Marktplatz halte.“ Dennoch wollte er sich das Angebot anhören. „Ich habe um eine E-Mail zwecks Verifzierung gebeten, bis heute kam aber noch nichts.“

Auch in anderen Apotheken klingelten die Telefone. Die Vertriebsangestellten sind an einem Abschluss interessiert und verschicken die Verträge. Darin wird eine Teilnahme an der Plattform für eine monatliche Gebühr von 399 Euro in Aussicht gestellt. Pro verkauftem OTC-Präparat gehen 10 Prozent an DocMorris. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel ist keine Abgabe vorgesehen. Verlassen die Partner die Plattform wieder, bleiben die Patientendaten bei DocMorris+.

Aktuell erhalten Apotheken ein Startangebot: Die monatliche Grundgebühr entfällt bis Ende Juni. Zusätzlich entfällt demnach die monatliche Transaktionsgebühr für die ersten 50 Bestellungen von nicht ärztlich verordnete Produkten, die beim Partner bestellt werden. Frühestens ab Juli werde auf alle Bestellungen von Produkten, die nicht ärztlich verordnet sind, eine Transaktionsgebühr in Höhe von 10 Prozent des Nettoverkaufspreises berechnet. Die Apotheken entschieden sich für eine Lieferoption, etwa ob sie Botendienst anböten oder auf Versand setzten. Zudem geben sie selbst die Preise für OTC- und Freiwahlprodukte vor. Auf der Plattform sind Vor-Ort- und Versandapotheken integriert.

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