Gedisa: DAV will Millionen von Landesverbänden

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Berlin - Der Deutsche Apothekerverband (DAV) plant, eine eigene Digitalgesellschaft zu gründen, die digitale Angebote im Gesundheitswesen entwickeln und betreiben soll. Bezahlen sollen sie die Landesverbände. Da der Finanzbedarf jedoch weit über die eine Million Euro hinausgehen wird, die das DAV-Portal gekostet hat, werden wohl mehrere Verbände die Investition durch ihre Mitglieder absegnen lassen. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) plant deshalb, seine Mitgliederversammlung vorzuverlegen. Offensichtlich herrscht Gesprächsbedarf.

Der DAV hatte seine Digitalkompetenz zuletzt nicht so sehr nach außen gekehrt, das Fiasko um die Sicherheitslücken beim Impfzertifikatemodul ist noch nicht ganz ausgestanden. Aber auch mit Blick auf das E-Rezept sieht es nicht rosig aus: Lange trommelte der DAV für seine E-Rezept-Webapp, forderte für sie gar ein E-Rezept-Monopol. Es kam bekanntlich anders. Seitdem hat man auch fast nichts mehr von der DAV-App gehört. Offenbar lässt man sich von diesen Rückschlägen aber nicht unterkriegen – im Gegenteil: Er beabsichtigt, eine „Gesellschaft für digitale Services der Apotheken“ zu gründen, kurz Gedisa.

Da sich der DAV aber aus dem Abda-Haushalt finanziert, dürfte das angesichts eines Finanzbedarfs von mehreren Millionen Euro kein Selbstläufer werden. Er will sich das Geld deshalb von den Landesverbänden holen. Allein vom AVWL sollen deshalb bis 2024 rund 1,8 Millionen Euro kommen, 600.000 pro Jahr. Wie viel genau es sein wird, kann aber offensichtlich auch der DAV noch nicht sagen. „Die tatsächlichen Kosten werden dabei auch vom Finanzierungsmodell der Gesellschaft abhängig sein, das derzeit noch nicht abschließend definiert ist“, heißt es in einem internen Schreiben des AVWL, das APOTHEKE ADHOC vorliegt. „Wegen der Höhe dieses Betrages und dem wie mit jedem EDV-Projekt verbundenen Risiko, dass sich eine solche Entwicklung am Markt nicht durchsetzen kann, soll die Mitgliederversammlung über die Beteiligung des AVWL entscheiden.“

Nicht zuletzt deshalb sei es dem AVWL-Vorstand wichtig, die Mitgliederversammlung trotz der vorab schwer einzuschätzenden Pandemielage als Präsenzveranstaltung in Münster durchzuführen. „Da nicht abzusehen ist, ob im Herbst erneut Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen erforderlich werden, ist die ordentliche Mitgliederversammlung in den September 2021 vorgezogen worden.“

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