Uneinigkeit im Vorstand

E-Rezept: DAV widerspricht Seyfarth

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Berlin -

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) weist die Zweifel seines Vorstandsmitglieds Holger Seyfarth an der fristgerechten Einführung des E-Rezepts zurück. Der DAV tue „alles dafür, um das E-Rezept zu einem Erfolg zu machen“ und gehe von einer verpflichtenden Einführung zum 1. Januar aus, so ein Sprecher auf Anfrage. Die allermeisten Apotheken seien bereits „E-Rezept-ready“.

Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbands (HAV) und Mitglied im DAV-Vorstand, hatte Zweifel geäußert, dass das E-Rezept wie angekündigt wirklich zum Jahresbeginn bundesweit eingeführt werden wird: „Ich sehe nicht, dass das E-Rezept am 1. Januar flächendeckend zum Roll-out kommt.“ Die Zentrale in Berlin weist diese Auffassung nun zurück. „Der DAV geht auch weiterhin davon aus, dass das E-Rezept gemäß gesetzlicher Frist am 1. Januar 2022 deutschlandweit eingeführt wird, und tut alles dafür, um das E-Rezept zu einem Erfolg zu machen“, heißt es auf Anfrage.

Die „allermeisten Apotheken“ seien bereits an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen und damit „schon jetzt E-Rezept-ready“. Zugleich beobachte und begleite der DAV die Testphase in der Fokusregion Berlin-Brandenburg, um mittels qualitativ und quantitativ aussagekräftiger Testergebnisse die Einführung des E-Rezepts im Januar „bei allen Beteiligten bestmöglich vorbereiten zu können“. Bei den Ärzten sieht das bekanntlich anders aus, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) rechnet bereits damit, dass zum Jahresbeginn noch nicht alle Praxen in der Lage sein werden, elektronische Verordnungen auszustellen.

Seyfarth hatte gefordert, das E-Rezept vor seiner verpflichtenden Einführung intensiver zu testen, als es bisher der Fall ist. „Bei so einem wichtigen Thema sollte man lieber drei Probeläufe mehr machen, mit regionalen Tests absichern, und zwar mit viel größeren Fallzahlen“, so das DAV-Vorstandsmitglied. Entscheidend sei dabei vor allem die Sicherheit. Er fordert deshalb, dass es zunächst einen Parallelbetrieb gibt und eine Übergangsfrist von einem Jahr. Die unter Druck erfolgte Umstellung des Zertifikatemoduls auf die TI habe gezeigt, dass in der Praxis immer Detailprobleme auftreten, die nicht zu erwarten waren. „Noch so ein Desaster wie mit den Impfzertifikaten können wir uns nicht erlauben“, so Seyfarth. Aus seiner Sicht war der Imageschaden für die Apotheken beträchtlich, obwohl sie selbst gar keine Schuld traf.

Warum trotz des Verzugs bei Softwarehäusern und Verbänden – deren IT-Abteilungen sich in den vergangenen Wochen auch mit den Zertifikaten befassen mussten – festgehalten wird, erkläre sich wohl aus politischen Befindlichkeiten vor der Wahl. Vor dem 26. September werde Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Thema aber nach seiner Einschätzung nicht mehr anfassen, immerhin zählte die Digitalisierung des Gesundheitswesens vor Corona zu seinen wichtigsten Vorhaben. „Minister Spahn lässt es bis zur Wahl laufen – egal was bei dem Modellprojekt herauskommt“, so Seyfarth.

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