Wegen E-Rezept: DocMorris plant Stellenabbau

, Uhr
Berlin -

DocMorris wartet sehnsüchtig auf die Einführung des E-Rezepts. Doch während sich das Management davon endlich den Durchbruch im Rx-Geschäft erhofft, bangen andere beim Versender um ihren Job. Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC droht etlichen Mitarbeiter:innen der Verlust ihres Arbeitsplatzes: In der Abteilung Rezeptprüfung soll demnach massiv Personal abgebaut werden. DocMorris sucht laut einem Sprecher nach Lösungen für die betroffenen Personen.

Eingesandte Rezepte werden bei DocMorris vor Ort gescannt. Die Abwicklung ist ein vergleichsweise personalintensives Geschäft: Die Briefe müssen geöffnet, die Rezepte für den Scan vorbereitet werden. Im Nachgang müssen Fehler beim Erfassen individuell überprüft und im Datensatz ausgebessert werden. Viele dieser Arbeitsschritte fallen mit Einführung des E-Rezepts über kurz oder lang weg. Gerade bei Rezeptkontrollen und manueller Korrektur stehen auch alle großen Rechenzentren der Apotheken vor der dieser Herausforderung.

DocMorris bestätigte auf Nachfrage gegenüber APOTHEKE ADHOC, dass in diesem Bereich Personal abgebaut werden soll: „Vom Wegfall des klassischen Papierrezeptes Muster 16 könnten bei uns voraussichtlich kurz-, mittel- und langfristig bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sein, je nachdem, wie sich die Prozesse letztlich verändern werden.“

Aktuell ist die verpflichtende Einführung des E-Rezepts für den 1. Januar 2022 geplant. Die Vorbereitungen laufen allerdings stockend. Insbesondere die Softwaresysteme in den Arztpraxen hinken noch weit hinterher. Insofern weiß auch niemand bei DocMorris, wie groß der Bedarf an Personal tatsächlich sein wird. „Dies wird sich abschließend erst mit der flächendeckenden Umsetzung in Deutschland zeigen“, so der Sprecher mit Bezug auf die Prozesse.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Letzte Hoffnung E-Rezept
Zur Rose verliert Rx-Geschäft »
Namen und Adressen im Netz angeboten
Zur Rose: Kundendaten geklaut? »
Bienen-Apotheken auf drei Plattformen
Essenslieferdienst Wolt bringt Apothekenexklusives »
Mehr aus Ressort
Absicherung gegen Konnektoren-Ausfall
Red Medical baut doppelten Boden für das E-Rezept »
Widerstand gegen Gesellschafterbeschluss
SMC-B: Apothekerkammern verklagen die Gematik »
Weiteres
Mehr Transparenz in der Lieferkette
EMA bekommt Engpass-Datenbank»
Streit um das Millionenprojekt
LAV-Beitrag: 50 Euro pro Monat für Gedisa»
Entschädigungsanspruch
Kein Booster, kein Geld»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»