Gedisa ist da – ohne AVWL

, Uhr
Berlin -

Es ist vollbracht: Die Landesapothekerverbände und -vereine haben am Donnerstag formal die Gesellschaft für digitale Services der Apotheken mbH (Gedisa) gegründet – mit einer Ausnahme. Der Apothekerverband Westfalen Lippe (AVWL) hat die dafür geforderten Gelder nämlich noch nicht bewilligt. Aufgabe der Gedisa soll vor allem die Weiterentwicklung des DAV-Portals sein.

Mit Gedisa wollen sich die Landesverbände „für die Digitalisierung noch besser aufstellen“, wie der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich erklärt. Bisher liefen Aufbau und Betrieb des DAV-Portals über die IT-Abteilung der Abda, doch die kommenden Aufgaben sind groß und damit auch der Personal- und Finanzbedarf. Eine Million Euro hatte das DAV-Portal gekostet, für Gedisa wird ein Vielfaches dessen notwendig sein. Deshalb mussten die Verbände vorab Finanzierungszusagen machen. Der AVWL wollte das jedoch noch nicht: Vor seiner Mitgliederversammlung Anfang September hatte der Verband die Entscheidung vertagt. Dass die Abstimmung über die Beteiligung kurzfristig von der Tagesordnung genommen wurde, legt nahe, dass es über diese Frage Unstimmigkeiten in der Verbandsspitze gab. Allein vom AVWL, einem der größten Verbände, sollen deshalb bis 2024 rund 1,8 Millionen Euro kommen, 600.000 pro Jahr.

Dittrich sieht die Gedisa auch ohne die Beteiligung des AVWL „auf einer sehr breiten Basis“, wie er sagt. „Ich freue mich, dass der Vertrag zur Gründung der Gedisa heute unterzeichnet worden ist.“ Er hoffe aber und sei zuversichtlich, dass in Kürze alle Landesapothekerverbände an Bord sein können.

Zweck der Gesellschaft sei die Entwicklung und der Betrieb digitaler Angebote im Gesundheitswesen, die vor allem den Apotheken, aber auch ihren Verbänden, den Patienten und Kunden sowie anderen Institutionen und Unternehmen zugutekommen sollen. „Parallel zur bundesweiten Einführung des E-Rezeptes geht damit ein starkes, innovatives Unternehmen im E-Health-Markt an den Start, das digitale Angebote wie ‚Mein Apothekenportal‘ oder ‚Mein Apothekenmanager‘ betreiben und weiterentwickeln kann“, so Dittrich.

Details zum Betrieb der Gedisa geben Gesellschafter und Geschäftsführung oder Aufsichtsrat noch nicht bekannt, das solle erst „zu gegebener Zeit“ stattfinden. „Darüber hinaus wird der Deutsche Apothekerverband selbstverständlich auch weiterhin seine politische Verantwortung wahrnehmen. Dazu zählt auch sein Engagement als Gesellschafter in der Gematik für die Digitalisierung des Gesundheitswesens“, so Dittrich.

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Gematik: „Tests sind aussagekräftig“
E-Rezept: Vollgas gegen die Wand »
„Scharfes Schwert, aber verhältnismäßig“
Auch Lindner für Impfpflicht »
Mehr aus Ressort
„Interessiert an weiteren Rezepten?“
Teleclinic/DocMorris: Mit E-Rezept auf Apotheken-Akquise »
Overwiening kritisiert Lobbygeschenk an Versender
E-Rezept: „Ohne Rücksicht auf Praxistauglichkeit“ »
Zu wenig Softwareanbieter und Kassen
E-Rezept: Gematik klagt über geringe Beteiligung »
Weiteres
Gematik: „Tests sind aussagekräftig“
E-Rezept: Vollgas gegen die Wand»
„Interessiert an weiteren Rezepten?“
Teleclinic/DocMorris: Mit E-Rezept auf Apotheken-Akquise»
Overwiening kritisiert Lobbygeschenk an Versender
E-Rezept: „Ohne Rücksicht auf Praxistauglichkeit“»
„Scharfes Schwert, aber verhältnismäßig“
Auch Lindner für Impfpflicht»
Forderung von Unternehmern und Verbänden
Impfpflicht als „einzige Perspektive“»