Apotheke kann keine Zertifikate ausstellen

Zertifikate: DAV-Portal streikt nach Übernahme

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Berlin -

Apotheken, die zum Jahresbeginn neu eröffnet oder übernommen wurden, hatten offenbar Probleme bei der Ausstellung digitaler Impfzertifikate. So erging es beispielsweise der Central-Apotheke Siemensstadt in Berlin: Inhaberin Kerstin Haese hat sie zum 1. Januar übernommen, konnte aber bis Donnerstag keine Zertifikate ausstellen. Wirklich helfen konnte ihr bisher kaum jemand.

Das DAV-Portal treibt weiterhin manche Apotheker:innen und PTA an den Rand der Verzweiflung. Inhaberin Haese zum Beispiel: Sie hat ihre Apotheke zum 1. Januar übernommen und entsprechend viel um die Ohren. Probleme mit dem Portal kamen da besonders ungelegen. „Ich konnte alle Daten normal eingeben und habe das auch mehrmals mit meinen eigenen versucht“, erzählt sie. „In dem Moment, wo ich den Button klicke, um die PDF zu erstellen, kam dann aber immer eine Fehlermeldung, laut der es keine Rückmeldung von der zertifikatsausstellenden Stelle gibt.“

Also versuchte sie sich Hilfe zu holen – doch das stellte sich als weit schwieriger heraus als sie gedacht hätte. Zahlreiche Male rief sie beim Portalbetreiber an. „Aber telefonisch erreicht man beim DAV-Portal sowieso niemanden und auf meine E-Mails habe ich immer nur Standardantworten erhalten, die nicht weiterhalfen.“ Und all das während der Eröffnungswoche: „Das war ein sehr unguter Zeitpunkt, manche Kunden haben uns beschimpft, haben uns gefragt, ob wir zu blöd sind, Zertifikate auszustellen.“ Also wandte sie sich als nächstes an den Berliner Apothekerverein (BAV), doch der war genauso wenig eine Hilfe.

„Beim BAV wurde nur beschwichtigt. Wir sollen den Leuten doch einfach sagen, dass sie morgen wiederkommen sollen“, erzählt Haese. „Aber wir sind hier nicht auf dem Dorf! Die nächste Apotheke ist drei Häuser weiter – da kommt niemand am nächsten Tag zurück.“

Haeser musste also schnell etwas unternehmen. Nächster Anlaufpunkt war Pharmatechnik: „Die haben sich reingekniet und konnten mir bestätigen, dass ich kein Einzelfall bin.“ Es seien schon mehrere gleichlautende Beschwerden eingegangen. Ändern konnte aber auch das Softwarehaus nichts. „Vor lauter Verzweiflung habe ich mich dann an die Abda gewandt und hatte großes Glück. Da war eine sehr nette Dame, die eigentlich gar nicht involviert war.“ Als sie ihr schilderte, dass sie bisher telefonisch nirgendwo durchdringen konnte, meinte sie, „dass es doch da irgendwo eine Nummer geben müsse“, wie Haese erzählt.

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