Impfzertifikate: Jede zehnte Apotheke weiter außen vor

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Berlin -

Gut zweieinhalb Wochen, nachdem der Deutsche Apothekerverband (DAV) das Modul zur Ausstellung digitaler Impfzertifikate abgeschaltet hat, scheint es spürbare Fortschritte bei der Wiederanbindung zu geben. Laut einer aposcope-Blitzumfrage vom Morgen können neun von zehn Apotheken zumindest teilweise wieder Zertifikate ausstellen. Knapp jede zehnte Apotheke ist hingegen immer noch außen vor.

59 Prozent der befragten Apotheker:innen gaben am Montagmorgen an, dass die Ausstellung von Corona-Impfzertifikaten wieder einwandfrei funktioniert. Mit 31 Prozent ist jedoch beinahe jede dritte Apotheke zwar an das Portal angeschlossen, hat aber nach eigenen Angaben Probleme bei der Ausstellung der Impfzertifikate.

Die ganze vergangene Woche klagten Apotheken über Ausfälle und Fehlermeldungen im Portal, der Fehler lag dem Vernehmen nach nicht beim IBM-Server, sondern dem DAV-Portal selbst. Die Anwendungen in Arztpraxen und Impfzentren funktionierten unterdessen ohne größere Probleme. Insbesondere in den Kernarbeitszeiten zeigte das Portal starke Überlastungserscheinungen, der DAV hatte in einer Fehlermeldung im Portal eingeräumt, dass es technische Schwierigkeiten gibt und er gemeinsam mit Gematik und IBM an deren Behebung arbeite. Teilweise wurde die Instanbilität des Portals gar zum Problem für die Wiederanbindung einzelner Apotheken.

9 Prozent der Apotheken konnten jedoch nicht einmal das. Sie gaben an, dass das Portal bei ihnen noch gar nicht wieder funktioniert. 1 Prozent gab an, prinzipiell auf die Ausstellung von digitalen Impfzertifikaten zu verzichten. Wie hoch der Anteil derer ist, die das aufgrund fehlenden Anschlusses an die Telematikinfrastruktur (TI) nicht teilnehmen können, wurde dabei nicht erhoben. 105 verifizierte Apotheker:innen und PTA aus dem gesamten Bundesgebiet hatten am Montagmorgen bei apsocope Angaben zur Zertifikatsausstellung gemacht.

Große Unterschiede zwischen den einzelnen Softwarehäusern scheint es indes nicht zu geben. Einzig bei Pharmatechnik ist die Zahl derer, die das Portal überhaupt noch nicht nutzen können, geringer. Nur knapp 5 Prozent gaben dort an, noch gar keine Zertifikate ausstellen zu können. Bei Pharmatechnik schien die Wiederanbindung der Apotheken am schnellsten vollständig zu funktionieren, bei den allermeisten Apotheken reichte ein automatisch aufgespieltes Update. Von daher lassen die Zahlen vermuten, dass es sich bei den knapp 5 Prozent um diejenigen Apotheken handelt, die noch gar nicht an die TI angeschlossen sind. Bei CGM und Lauer-Fischer gaben 9,4 und 11,1 Prozent der Befragten an, dass das Portal gar nicht funktioniert. Der Anteil derer, bei denen das Portal einwandfrei oder nur lückenhaft funktioniert, ist bei allen Softwarehäusern ungefähr gleich groß, die Abwechungen zueinander betragen nur rund 4 Prozent.

Immerhin ist die Zahl der gar nicht angebundenen Apotheken in der zurückliegenden Woche deutlich gesunken: Vergangenen Montag gaben noch 30 Prozent der befragten Apotheker:innen und PTA an, dass das Portal überhaupt nicht funktioniert. 54 Prozent konnten es der technischen Probleme wegen nur teilweise nutzen. Der Anteil derer hingegen, die angaben, dass es einwandfrei funktioniert, lag vor einer Woche noch bei gerade einmal 15 Prozent.

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