Unvollständige Impfdaten: RKI sieht keine eigenen Fehler

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Berlin - Das Robert Koch-Institut (RKI) weist die Verantwortung für offenbar zu niedrige Werte in der offiziellen Corona-Impfstatistik von sich. „Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind“, sagte Präsident Lothar Wieler laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Eine zu niedrige Erfassung stelle „keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar“, sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, hieß es. Man sei bei der Ermittlung der Impfquote auf das sogenannte Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) angewiesen, schreibt das RKI. Die Anwendung und Zuverlässigkeit dieses Meldesystems liege „ausschließlich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte)“.

Das RKI hatte vor einer Woche in einem Bericht unter anderem geschrieben, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft seien, als die offiziellen Daten nahelegen. Darauf weise unter anderem eine Befragung von Bürgern hin. So dürfte die Quote bei einmal und vollständig Geimpften bis zu fünf Prozentpunkte höher sein. Bei Menschen ab 18 Jahre könnten zum Stichtag 5. Oktober also bereits bis zu 84 Prozent zumindest einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft gewesen sein. Nach der Veröffentlichung dieses Berichts hatte es unter anderem Kritik an RKI-Chef Wieler gegeben.

Drosten nimmt RKI in Schutz

Der Berliner Virologe Christian Drosten nahm das RKI hingegen in Schutz. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Das Thema sei auch nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin. Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz „komplett umsonst“, sagte Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert.

Am Mittwoch gab das RKI die gemeldete Quote der vollständig Geimpften unter Erwachsenen mit 76,0 an. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind demnach 65,4 Prozent vollständig geimpft.

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