Der Cluster-Kopfschmerz wird wegen seiner vernichtenden Intensität auch als „Suizid-Kopfschmerz“ bezeichnet. Allein in Deutschland sind rund 120.000 Menschen von dieser neurologischen Erkrankung betroffen und die Zahl der Diagnosen steigt seit Jahren an. Ein Überblick zu Symptomen, Therapie und Prävention.
Die genauen Ursachen für Cluster-Kopfschmerzen sind noch nicht abschließend geklärt, aber die neurobiologische Forschung zeigt eine Fehlfunktion in bestimmten Hirnarealen. Dass die Attacken oftmals exakt zu den gleichen Uhr- oder Jahreszeiten auftreten, deutet auf eine Funktionsstörung des Hypothalamus hin. Dieser steuert die innere Uhr.
Während einer Attacke kommt es zu einer Aktivierung des Nervus trigeminus – dem Gesichtsnerv – in Kombination mit dem parasympathischen Nervensystem. Dies erklärt die typischen autonomen Begleitsymptome.
Eine familiäre Häufung ist selten, aber vorhanden. Bekannte Trigger, die während einer Cluster-Periode eine Attacke auslösen können, sind Alkohol, Flackerlicht, Histamin oder auch starke Gerüche.
Ein Cluster-Kopfschmerz tritt streng einseitig auf. Zudem bleibt der Schmerz während einer Periode fast immer auf derselben Seite. Meist ist der Bereich von Auge, Schläfe oder Stirn betroffen.
Schmerzcharakteristik:
Begleitsymptome:
Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol sind bei Cluster-Kopfschmerzen völlig wirkungslos, da die Wirkstoffe viel zu langsam im Blut fluten. Deshalb teilt sich die Therapie in Akutbehandlung und Prophylaxe.
Wichtige Grundregel vorab: Bei echten Cluster-Kopfschmerzen ist eine Selbstmedikation mit frei verkäuflichen Medikamenten absolut zwecklos und aufgrund von Organschäden durch Überdosierung sogar gefährlich.
Die Selbstmedikation ist in diesem Fall ausschließlich leichten bis mittelschweren Spannungskopfschmerzen oder bekannten, leichten Migräneattacken vorbehalten, sofern diese selten auftreten. Bei echtem Cluster-Kopfschmerz ist die Anwendung von Ibuprofen, Paracetamol & Co. nicht indiziert.
Deshalb: Jeder neu auftretende, extrem heftige Kopfschmerz muss neurologisch – meist mittels MRT – abgeklärt werden, um schwerwiegende sekundäre Ursachen auszuschließen. Sobald die typischen Symptome auftreten, ist ein Neurologe oder Schmerztherapeut aufzusuchen, um die passenden verschreibungspflichtigen Medikamente zu erhalten.
Ein schlagartig einsetzender Schmerz, der sogenannte „Donnerschlagkopfschmerz“, muss sofort ärztlich untersucht werden. Auch wenn der Kopfschmerz von Fieber, Nackensteifigkeit oder Verwirrtheit begleitet wird. Zudem sollten neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen immer abgeklärt werden.
Zur Abgrenzung des Cluster-Kopfschmerzes von den beiden anderen häufigsten primären Kopfschmerzformen dienen folgende klinische Merkmale:
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