Roche: Antigenbestimmung in 15 Minuten

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Berlin -

Bereits Anfang September teilte Roche mit, einen Antigen-Schnelltest auf Sars-CoV-2 in Deutschland einführen zu wollen. Dieser ist nun erhältlich – auch in Apotheken. Die Abgabe darf nur an medizinische Einrichtungen erfolgen. Das Besondere: Der Antigentest ist schnell, weist gute Spezifitäts- und Sensitivitätswerte auf und es wird kein zusätzliches Gerät zur Analyse benötigt.

Der neue Antigentest von Roche auf Sars-CoV-2 benötigt weder ein zusätzliches Analysegerät noch viel Zeit. Das Probenset ähnelt dem einer PCR-Probe: Mittels Tupfer muss ein Abstrich an der hinteren Nasenwand genommen werden. Der Tupfer mit der Probennahme wird mit einem Extraktionspuffer in Lösung gebracht, sodass eventuell vorhandene Antigene in die Flüssigkeit übergehen. Die folgenden Schritte ähneln den bereits zahlreich am Markt befindlichen Antikörper-Schnelltests: Ein Tropfen Lösung wird auf die Testkasette geträufelt. Danach heißt es warten. Nach 15 bis 30 Minuten kann das Ergebnis analog zu anderen Schnelltests abgelesen werden. Ein Strich bedeutet, der Test hat einwandfrei funktioniert und es wurden keine Antigene nachgewiesen. Zwei Striche bedeuten, dass Antigene enthalten waren.

„Es handelt sich um eine unkompliziert anwendbare, robuste Testlösung, die Mitarbeitenden der Gesundheitsberufe eine unmittelbare Antwort auf den Infektionsstatus des Getesteten geben“, erklärt Roche. Ein Verkauf über Apotheken an Gesundheitseinrichtungen und Arztpraxen ist möglich, eine Abgabe an Laien nicht. Im Gegensatz zu Antikörpertests ist diese Methode zur Detektion akuter Infektionen gedacht. Die Personen, bei denen Antigene nachweisbar sind, sind mitunter gerade in der infektiösen Phase. Auch eine Durchführung in der Apotheke ist deshalb nicht möglich.

Aktuell ist der Test keine Kassenleistung. Auch ein Preis wurde seitens Roche nicht genannt. Aufgrund der kurzen Auswertungszeit und der hohen Zuverlässigkeit wäre ein Einsatz in unterschiedlichsten Bereichen denkbar. Der Antigentest könnte zum einen relativ unkompliziert von Reiserückkehrern genutzt werden. Zum anderen könnte auch die Veranstaltungsbranche Interesse zeigen. Vor größeren Veranstaltungen wie beispielsweise Konzerten wäre eine Testung mittels „Sars-CoV-2 Rapid Antigen Test“ unter Umständen denkbar. Auch ein Einsatz in den Krankenhäusern als generelle Eingangs-Screening-Methode wäre denkbar.

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