Antigentests: Engpässe lassen Preise explodieren

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Berlin -

Antigentests spielen mittlerweile in vielen Apotheken eine große Rolle: Neben Arztpraxen und Pflegeheimen fragen fast täglich auch Privatpersonen nach. Bislang dürfen die Tests jedoch nur an medizinisches Fachpersonal abgegeben werden. Probleme bereiten vielen Kollegen die drastisch steigenden Preise und Probleme beim Bezug.

Eine Übersicht verfügbarer Antigentests gibt es hier.

Die Nachfrage nach Antigentests scheint regional sehr unterschiedlich zu sein. Im bayerischen Peißenberg spielen sie bislang beispielsweise keine allzu große Rolle. Aufgrund von Fernsehbeiträgen ist die Nachfrage von Privatpersonen zwar auch in der St. Ulrich Apotheke gestiegen, vorher sei die Abgabe jedoch gar kein Thema gewesen. Lediglich Arztpraxen und Firmen mit Betriebsarzt würden bei der Apotheke anfragen. Die benötigten Tests werden dann per Fax direkt beim Hersteller bezogen. Die Praxen und Firmen enthalten entsprechende Rechnungen, da eine Abrechnung über den Sprechstundenbedarf bisher nicht erfolgen kann.

Simon Krivec, Inhaber der Adler-Apotheke in Moers, bezieht seine benötigten Tests ebenfalls bei den Herstellern direkt. „Wir statten vor allem Arztpraxen und nun auch Altenheime aus“, erklärt er. Insbesondere kleinere und privat getragene Einrichtungen zeigten Interesse. Die letzte Bestellung von rund 10.000 Antigentests konnte problemlos geordert werden. Heime und Praxen erhalten auch hier eine entsprechende Rechnung. Auch in Moers gibt es täglich Anfragen von Privatpersonen, die Antigentests erwerben möchten. „Wir erläutern dann, dass wir diese nur an medizinische Einrichtungen und Fachpersonal abgeben dürfen, und verweisen sie zu ihrem Hausarzt“, erläutert Krivec.

Tests sickern auch an nicht-medizinisches Personal durch

In der Johannes-Apotheke in Gröbenzell werden vor allem Kliniken mit den Tests beliefert: Denn zum Betrieb gehört ein klinikversorgender Bereich. Aufgrund der großen benötigten Menge werden die Tests hier aus mehreren Quellen sowohl direkt bei den Herstellern wie auch über den Großhandel bezogen. „Wir versuchen von überall Tests zu bekommen“, erklärt Inhaber Christian Sickau. „Wenn welche da sind, ist der Markt oft direkt wieder leer – es ist wirklich schwer, ausreichende Mengen zu bekommen.“

Grund dafür ist seiner Meinung nach auch, dass zu viele Antigentests trotz Verbot auch an nicht-medizinisches Personal durchsickern und abgegeben werden. Viele Firmen würden beispielsweise ihre Mitarbeiter auf diese Art selbst testen. „Die Tests fehlen dann allerdings dort, wo sie am meisten gebraucht werden, beispielsweise in den Kliniken“, meint Sickau.

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