Schnelltests: Bei Asymptomatik eher schwach

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Berlin - Schnelltests sollen Infektionsketten durchbrechen. Jeder Bundesbürger hat wöchentlich die Möglichkeit, sich kostenfrei testen zu lassen. Darüber hinaus sind Laientests am Markt, die jederzeit Zuhause durchgeführt werden können. Doch das vermehrte Testen von asymptomatischen Personen bringt eine alte Thematik neu auf den Tisch: Schlechte Sensitivitätswerte. Eine aktuelle Cochrane-Analyse zeigt, dass die angegebenen Sensitivitäts- und Spezifitätswerte in der Praxis nicht immer gehalten werden können.

Die Sensitivität gibt an, wie sensibel der Test auf einen bestimmten gesuchten Stoff reagiert. Formal handelt es sich also um die empirisch bestimmte Wahrscheinlichkeit, mit der eine tatsächlich erkrankte Person auch als „positiv“ getestet wird. Kurz gesagt: Je höher die Sensitivität eines Tests, desto sicherer erfasst er die Erkrankung. Die Spezifität hingegen gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der eine nicht-infizierte Person auch ein tatsächlich negatives Ergebnis erhält.

Als Folgebegriffe werden häufig die „falsch-positiv-Rate“ und die „falsch-negativ-Rate“ genannt. Die falsch-negativ-Rate ist 100 Prozent minus Sensitivität, die Die falsch-positiv-Rate ist 100 Prozent minus Spezifität. Als Beispiel: Bei einer falsch-positiv-Rate von 1 Prozent, erhält eine Person von 100 Gesunden ein fälschlicherweise positives Testergebnis. Schnelltests reagieren nur nach dem Überschreiten sogenannter kritischer Werte mit einem zweiten Strich im Testfeld. Das heißt, je höher die Konzentration des gesuchten Stoffes in der Probe, desto eher „findet“ der Test die potenzielle Infektion. Zwischen einem eindeutigen positiven und einem eindeutig negativen Ergebnis befindet sich der Bereich der „zweifelhaften Ergebnisse“. Da dieser bei den aktuell angewendeten Antigen-Schnelltests entfällt, ergeben sich unter Umständen abweichende Sensitivitätswerte in der Praxis.

Dieser Thematik widmet sich eine aktuelle Cochrane-Analyse. Die Autoren schlossen 64 Studien in ihre Übersichtsarbeit mit ein. Alle bearbeiteten das Thema „Genauigkeit von Antigenschnelltests“ auf der Basis von Schnelltests von unterschiedlichen Herstellern. Wohl entscheidend für eine hohe Genauigkeit ist der Zeitpunkt der Testung und das Vorliegen von Symptomen, so die Autoren. Am genauesten waren die In-vitro-Diagnostika, wenn sie in der ersten Woche nach Symptombeginn eingesetzt wurden – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Erkrankten das Virus mitunter schon unbemerkt weitergegeben hatten.

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