Roche stellt Schnelltest in großen Stückzahlen her

, Uhr

Berlin - Eine Infektion mit Sars-CoV-2 kann mild oder sogar symptomfrei verlaufen. Nachdem erste Unternehmen Schnelltests auf den Markt gebracht haben, ist das Interesse seitens der Bevölkerung stark angestiegen. Viele möchten wissen, ob sie bereits Covid-19 hatten und wieder normal am Alltag teilnehmen können. Auch Roche hat einen Antikörpertest entwickelt, der ab Anfang Mai zur Verfügung stehen soll. Der Schweizer Konzern will die monatliche Produktionskapazität ab Juni auf einen zweistelligen Millionenumfang hochfahren. Laut Unternehmensaussagen kommt das Produkt erst jetzt auf den Markt, da man einen Test mit guten Sensitivitäts- und Spezifitätswerten wollte.

„Nachdem wir Mitte März unseren Hochdurchsatz-PCR-Test zum Nachweis der Erkrankung aufgrund einer aktiven Infektion eingeführt haben, werden wir nun Anfang Mai einen neuen Antikörpertest auf den Markt bringen. Jeder am Markt befindliche und zuverlässige Test erfüllt für die Gesundheitssysteme einen wichtigen Zweck, da sie bei der Bekämpfung dieser Pandemie helfen“, sagte CEO Severin Schwan. Die Schnelltests könnten nur Antikörper nachweisen und eigneten sich somit nicht für einen frühen Nachweis der Erkrankung – hierfür sei immer noch die Bestimmung mittels PCR-Methode am besten geeignet. Die Tests könnten laut Roche jedoch dabei helfen herauszufinden, wer bereits Covid-19 hatte und Antikörper in sich trägt.

Der Test trägt den Namen „Elecsys Anti-SARS-CoV-2-Immunoassay“ und gehört somit zu den seit 20 Jahren am Markt befindlichen Elecsys-Assays. Hierbei handelt es sich um Testverfahren mittels Elektrochemilumineszenz (kurz ECL). Die einzelnen Essays haben eine durchschnittliche Messzeit von 18 Minuten, die maximale Messzeit liegt bei 27 Minuten. Neben Hepatitis- und Retroviren können auch Laborparameter zur Schilddrüse analysiert werden (T3, T4 und TSH-Wert). Mit Hilfe der Elecsys-Assays können über 100 Laborparameter bestimmt werden – ab Mai auch Antikörper gegen Sars-CoV-2. Die Messungen basieren alle auf einer elektrochemischen Reaktion. Der Vorteil laut Roche gegenüber anderen Schnelltests: Die Nachweisgrenzen sind extrem niedrig.

Analysgerät erforderlich

Für die Auswertung der Tests benötigt das Labor oder das Krankenhaus ein spezielles Gerät. Die passenden Analysegeräte tragen die Bezeichnung Cobas. Laut Roche ist der Umgang sehr einfach und erfordert kaum Schulungen. Vorteilhaft sei auch, dass das Gerät über ein einheitliches Reagenzkonzept verfügt. Diese vollautomatischen Systeme können Sars-CoV-2-Testergebnisse in ungefähr 18 Minuten mit einem Testdurchsatz von bis zu 300 Tests pro Stunde liefern, dies sei abhängig von der Größe des Analysegerätes. Zu den Sensitivitäts- und Spezifitätswerten in Bezug auf Sars-CoV-2 heißt es seitens des Konzerns: „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch keine verlässlichen und belastbaren Daten zu unserem neuen Test darlegen, da sich dieser noch in der Entwicklung befindet.“ Roche arbeite jedoch mit Hochdruck daran, die notwendigen Daten schnellstmöglich zur Verfügung stellen zu können. Mit der Markteinführung würden diese Informationen vorliegen.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
„Fax, Karten und Konnektoren gemeinsam wegschmeißen“
Bild-Gipfel: E-Rezept und Vorsorge »
Mehr aus Ressort
Service für Pharmakonzerne
Roche nutzt Plattform von DocMorris »
Weiteres
„Fax, Karten und Konnektoren gemeinsam wegschmeißen“
Bild-Gipfel: E-Rezept und Vorsorge»
Bärbel Bas als Bundestagspräsidentin
Gesundheitspolitikerin führt den Bundestag»
Koalitionsverhandlungen
Geheimsache Gesundheitspolitik»