Suche nach Therapiemöglichkeiten

Remdesivir: Ebolamittel gegen Covid-19?

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Berlin -

Die Suche nach einem geeigneten Wirkstoff gegen Covid-19 laufen noch immer auf Hochtouren. Derzeit zeigt das Virustatikum Remdesivir vielversprechende Ergebnisse – sowohl zur Behandlung wie auch zur Prävention.

Sieben Wirkstoffe, ein Favorit

Nachdem das Virustatikum Remdesivir bereits in den USA gute Ergebnisse bei einem Patienten erzielt hatte und erste in-vitro-Experimente auf eine Wirksamkeit hindeuteten, starteten chinesische Forscher zwei klinische Studien. Am Institut für Virologie in Wuhan werden sieben Wirkstoffe auf ihre Wirkung untersucht, von denen eine potenzielle Wirkung bei RNA-Viren bekannt ist: Neben Remdesivir und Favipiravir auch Ribavirin, Penciclovir, Nitazoxanid, Nafamostat und Chloroquin.

Nachdem die Forscher das Virus isoliert und kultiviert hatten, versetzten sie die Zellkulturen mit den Wirkstoffen und ermittelten, ob sie die Viruskonzentration im Überstand senkten und die Zerstörung der Zellen verhinderten. Zu den Endpunkten gehörten die mittlere effektive Konzentration (EC50) und die halbmaximale zytotoxische Konzentration (CC50). Ribavirin, Penciclovir und Favipiravir schieden danach bereits aus: Denn sie hatten die jeweils die höchsten Werte – dies sprach gegen eine Wirksamkeit. Nafamostat und Nitazoxanid lagen im mittleren Bereich. Die besten Werte erzielten Remdesivir und Chloroquin: Daher könnten sich beide Mittel für den klinischen Einsatz eignen. Da sie bereits in klinischen Studien eingesetzt wurden, beziehungsweise lange zugelassen sind, steht klinischen Studien nichts mehr im Weg.

Erste Ergebnisse im April erwartet

Die chinesischen Behörden entschieden sich für Remdesivir, da der genaue Wirkmechanismus bekannt ist: Das Prodrug hemmt nach seiner Aktivierung die RNA-Polymerase, die auch das neue Coronavirus braucht, um sich innerhalb der infizierten Zellen vermehren zu können. Die ersten beiden randomisierten klinischen Studien werden am China-Japan Friendship Hospital in Beijing durchgeführt: In den nächsten Wochen sollen 308 Patienten mit milder oder mittelschwerer und 452 Patienten mit schwerer Pneumonie durch eine bestätigte Covid-19-Infektion auf eine Behandlung mit Remdesivir oder Placebo randomisiert werden. Die Studien sollen Anfang April abgeschlossen sein.

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