Mutierte Coronaviren: Dänemark tötet alle Nerze

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Berlin - Zu Beginn der Pandemie fürchteten viele Menschen, dass ihre Haustiere das Coronavirus auf sie übertragen könnten. Auch wenn Übertragungen unter Tieren teilweise nachgewiesen werden konnten, nahm die Ansteckung von Menschen über Tiere im Laufe der Pandemie eher eine untergeordnete Rolle ein. Das könnte sich nun ändern: Denn in Dänemark wurden mutierte Coronaviren von Nerzen auf den Menschen übertragen – das Land lässt deshalb alle Nerze töten, um gravierende Auswirkungen auf das Pandemiegeschehen möglichst zu verhindern.

Die Nerzproduktion in Dänemark ist die größte weltweit. Doch damit ist nun Schluss – wegen Corona. Offenbar können sich die Tiere mit dem neuartigen Coronavirus anstecken und dieses auch auf den Menschen übertragen. Bei etwa 17 Millionen Nerzen könnte das schwerwiegende Folgen auf die Pandemie im Land – aber auch weltweit – haben. Wie die FAZ berichtet, hat Dänemark daher „einen drastischen Schritt angekündigt“: Alle Nerze müssen so schnell wie möglich getötet werden. Denn es kam nicht nur zu Ansteckungen über die Tiere, sondern – viel gravierender – zu Mutationen des Virus. Die neue Variante trägt die Bezeichnung „Cluster-5-Virus“. Gefährlicher in Bezug auf die Symptome ist es nach bisherigem Stand jedoch nicht.

Dänemark als Treiber der Pandemie?

Laut der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen konnten bei zwölf Menschen, die sich bei den Nerzen angesteckt hatten, mutierte Formen von Sars-CoV-2 nachgewiesen werden. Das Problem sieht sie daher nicht nur in Dänemark, sondern auch weltweit: Denn Mutationen des Virus könnten Folgen für die Wirkung von Impfstoffen haben und deren Erfolg gefährden. Außerdem könnten bereits vorhandene Antikörper keine ausreichend protektive Wirkung besitzen. Denn die mutierte Variante zeigt eine verringerte Empfindlichkeit. Wenn es Dänemark nicht gelinge, die mutierte Variante einzudämmen, könnte sie in Zukunft als „dänisches Virus“ Bekanntheit erlangen, schrieb eine dänische Zeitung.

Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Virus in den Tieren selbst mutiert und wurde dann von ihnen auf den Menschen übertragen. In der Region Nordjütland wurden in der vergangenen Woche knapp 800 Neuinfektionen verzeichnet – rund die Hälfte konnte auf Ansteckungen in Zusammenhang mit den Nerzen zurückgeführt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde bereits in Kenntnis gesetzt. Für die Region wurde ein Lockdown verhängt.

 

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