Long-Covid: Wirkstoff aus der Kardiologie als Hoffnungsträger

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Berlin - Das neuartige Beschwerdebild Long-Covid wird kontinuierlich weitererforscht. Nur so können langfristig Lösungen und Behandlungsansätze geschaffen werden. Das Universitätsklinikum Erlangen hat mit einem Wirkstoff aus der Kardiologie gute Erfahrungen gemacht. Nun planen die Forscher:innen eine Studie.

Anfang Juli wurde von der Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) der weltweit erste erfolgreiche Therapieversuch mit dem Medikament „BC 007“ durchgeführt. Nun wurden erneut zwei Patient:innen mit dem Hoffnungsträger therapiert. Beide erhielten den Wirkstoff als 75-minütige Infusion, seitdem werden sie ambulant überwacht. „Die verbesserte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität ist bei beiden Betroffenen deutlich spür- und messbar“, berichtet die FAU.

In allen Fällen habe die Therapie zeitnah zum Abklingen der Long-Covid-Symptome geführt. „Nach einer Covid-19-Erkrankung zirkulieren spezielle Autoantikörper im Blut. Diese richten sich gegen den eigenen Organismus und können zum Beispiel bestimmte Körperstrukturen schädigen und die Durchblutung beeinträchtigen“, erklärt Augenärztin Dr. Dr. Bettina Hohberger.

Ursprünglich wurde „BC 007“ vor einigen Jahren für Patient:innen mit einer speziellen Herzerkrankung entwickelt, der sogenannten dilatativen Kardiomyopathie. In Zukunft könnte die Substanz jedoch auch bei Long-Covid zum Einsatz kommen. „Bei den beiden aktuell Behandelten sehen wir: BC 007 neutralisiert die schädlichen Autoantikörper, und die retinale Mikrozirkulation verbessert sich – also die Durchblutung in den feinsten Blutgefäßen des Auges.“ Dies kann mithilfe verschiedener Untersuchungen nachgewiesen werden. Außerdem hätten auch die klinischen Symptome abgenommen, so Hohberger.

Studie zu „BC 007“ und Long-Covid geplant

Auch eine vierte Behandlung mit „BC 007“ wurde mittlerweile durchgeführt. „Jetzt wird es keine weiteren Heilversuche bei Patientinnen oder Patienten mit Long-Covid mit dem Medikament BC 007 mehr geben“, erklärt Professor Dr. Christian Mardin, leitender Oberarzt der Augenklinik. Denn die Forscher:innen haben beim Bundesministerium für Bildung und Forschung einen Antrag auf Fördergelder gestellt und hoffen, dass er bewilligt wird. „Dann könnten wir vielleicht noch dieses Jahr mit einer klinischen Studie starten.“ Menschen mit Long-Covid können sich aktuell bei der FAU melden, um gegebenenfalls in die Studie aufgenommen zu werden.

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