Steuerzahler sollen Hersteller-Risiken mittragen

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Brüssel - Nur mit einem Impfstoff kann die Pandemie eingedämmt werden – darin sind sich viele Experten einig. Um die Mittel rasch zu bekommen, greifen die EU-Staaten den Pharmafirmen kräftig unter die Arme.

Im Wettlauf um einen wirksamen Corona-Impfstoff sollen Europas Steuerzahler einen Teil des Haftungsrisikos der Hersteller übernehmen. Die EU-Staaten seien bereit, „bestimmte Risiken der Firmen finanziell abzudecken, damit Impfstoffe tatsächlich für EU-Bürger zur Verfügung stehen und die öffentliche Gesundheit geschützt wird”, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung” darüber berichtet.

Noch gibt es keinen in der EU zugelassenen Impfstoff gegen das bisweilen tödliche und wirtschaftlich verheerende Coronavirus, das sich seit Jahresbeginn weltweit ausbreitet. Die EU-Kommission verhandelt aber bereits seit Wochen mit Firmen, die aussichtsreiche Kandidaten am Start haben. Erst am Donnerstag trat ein Vertrag mit AstraZeneca in Kraft, der der EU den Kauf von bis zu 400 Millionen Einheiten Impfstoff des britischen Herstellers ermöglichen soll – wenn und falls das Vakzin wirksam ist und zugelassen wird.

Die Vorverträge sollen den Herstellern einen Teil des Risikos für Entwicklungskosten abnehmen, denn es wird angenommen, dass nicht alle derzeit getesteten Mittel erfolgreich sind. Die EU-Kommission setzt deshalb auf verschiedene Anbieter: Verhandelt wird auch über Verträge mit Sanofi-GSK, Johnson&Johnson, Curevac und Moderna.

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