Corona-Impfstoff: Trump setzt FDA unter Druck

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Berlin - Trump wünscht sich rechtzeitig vor der Präsidentenwahl einen Corona-Impfstoff. Jetzt setzt er die für die Zulassung zuständige Arzneimittelbehörde FDA unter Druck und erntet dafür heftige Kritik. Ihm feindlich gesinnte Beamte würden die Entwicklung und Zulassung eines Impfstoffs behindern, damit der nicht mehr vor der Präsidentschaftswahl am 3. November auf den Markt kommt, so Trump.

Gesundheitsexperten und führende Demokraten haben US-Präsident Donald Trump dafür kritisiert, die für die Zulassung eines Corona-Impfstoffs zuständige Behörde unter Druck zu setzen. Trumps Einmischung in die wissenschaftliche Arbeit der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) gefährde die Gesundheit aller US-Amerikaner, erklärte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Samstag. Die FDA müsse aufgrund der Verträglichkeit und Wirksamkeit eines Impfstoffs entscheiden, „nicht wegen politischen Drucks aus dem Weißen Haus“, schrieb die Demokratin auf Twitter.

Die Epidemiologin Caitlin Rivers von der Universität Johns Hopkins in Baltimore erklärte: „Eine Impfung muss sicher, wirksam und vertrauenswürdig sein.“ Alle drei Kriterien müssten erfüllt werden. „Es wäre eine Tragödie, wenn Politiker aus politischen Gründen die eine Sache in Gefahr bringen würden, die uns erlauben könnte, zu unserem normalen Leben zurückzukehren“, schrieb Rivers auf Twitter. Der frühere Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC, Tom Frieden, mahnte, bei der Entwicklung von Impfstoffen dürften keine Abkürzungen genommen werden. Der Prozess müsse transparent und rigoros sein.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, kündigte bei Twitter eine Pressekonferenz mit dem Präsidenten für Sonntagabend an. Es gehe um einen „bedeutenden therapeutischen Durchbruch in Bezug auf das China-Virus“, schrieb McEnany am Samstagabend. Auch Gesundheitsminister Alex Azar und FDA-Chef Stephen Hahn würden an der Pressekonferenz teilnehmen. Als „China-Virus“ bezeichnet Trump gewöhnlich das Coronavirus Sars-CoV-2. Er hat China wiederholt die Schuld an dessen Ausbreitung gegeben.

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