Baby-Sterberisiko nicht erhöht

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Berlin - Vielen Schwangeren bereitet die Corona-Pandemie besondere Bedenken, da sie Angst vor einer Ansteckung haben und Konsequenzen für das Baby befürchten. Eine aktuelle Studie gibt jedoch Hinweise zur Entwarnung: Eine Corona-Infektion bei Schwangeren erhöhe nicht die Gefahr für einen Tod des Babys im Mutterleib oder nach der Geburt.

Eine Sorge weniger: Die aktuellen Daten zu Covid in der Schwangerschaft wurden durch eine am Dienstag vorgestellte Studie des Imperial College London dargelegt. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin „Ultrasound in Obstetrics and Gynecology“ veröffentlicht worden. Die Daten von über 4000 schwangeren Frauen, die entweder nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren oder bei denen eine Infektion vermutet wurde, stammen aus zwei Patientenregistern – dem PAN-Covid-Register des Imperial College London und dem SONPM-Register der American Academy of Pediatrics.

Die Anzahl der mütterlichen Todesfälle war in den USA mit 0,17 Prozent niedriger als in Großbritannien mit 0,5 Prozent. Insgesamt liegt sie bei letzterem damit über dem Landesdurchschnitt. Allerdings seien Schwangere bei einer Erkrankung nicht mehr gefährdet als andere Frauen im gleichen Alter – das Sterberisiko führen die Forscher allein auf Covid-19 zurück. Bei den Kindern ließ sich ebenfalls kein ungewöhnliches Sterberisiko bei einer Infektion der Mutter erkennen: In beiden Registern lag die Neugeborenensterblichkeit bei 0,3 Prozent und damit nicht über dem landesweiten Durchschnitt. Keiner der neonatalen Todesfälle konnte auf Covid-19 zurückgeführt werden.

Bei der Analyse wurden allerdings überdurchschnittlich viele Frühgeburten registriert. Demnach brachten 12 Prozent der Frauen in Großbritannien ihr Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 7,5 Prozent. Ähnlich sah es in den USA aus. Zumindest zum Teil könne sich der Anstieg damit erklären lassen, dass sich Ärzte aus Sorge um die Gesundheit von Mutter und Baby verstärkt für einen vorzeitigen Kaiserschnitt entschieden, erläutern die Forscher. Die Zahl der spontanen Frühgeburten sei niedriger gewesen als erwartet.

Schon zuvor hatten Untersuchungen ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen einer Corona-Infektion und dem Tod von Kindern im Mutterleib oder nach der Geburt gibt: In einer chinesischen Studie wurde der Krankheitsverlauf von Covid-19 bei viruspositiven Schwangerschaften beobachtet. Die Wissenschaftler der Huazhong Universität (Wuhan, China) führten eine kleine Beobachtungsstudie mit 15 infizierten Schwangeren im Alter zwischen 23 und 40 Jahren durch. Alle Frauen entwickelten im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf eine milde Pneumonie. Die weiteren Symptome ähnelten den generellen Leitsymptomen der Infektion: Fieber, Husten, Dyspnoe und Durchfall. Der häufigste Laborbefund war eine Lymphozytopenie. Bei einem Mangel an Lymphozyten steigt das generelle Risiko an weiteren Virusinfektionen zu erkranken. Insgesamt beeinträchtigte die Infektion den Schwangerschaftsverlauf jedoch nicht, auch dann nicht, wenn keine antivirale Therapie vorgenommen wurde.

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