Anaphylaxie nach Impfung: Was Allergiker beachten sollten

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Berlin - Impfreaktionen können ganz unterschiedlich ausfallen. Einige von Patient:innen berichtete Reaktionen gehören zu den ganz normalen Nebenwirkungen einer Immunisierung – gerade Schmerzen und Schwellungen im Arm gehören aktuell zu den gängigen Reaktionen. Doch was ist, wenn tatsächlich eine positive Allergie-Anamnese vorliegt? Die Ständige Impfkomission (Stiko) gibt einen Leitfaden.

Sind Allergien bekannt, so ist zu klären, um welche Art von Allergien es sich handelt. Bei Kontakt-, Nahrungsmittel- oder Bienen-/Wespengift-Allergie ist eine Impfung nach den Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI) problemlos möglich. Auch Menschen mit Neurodermitis, kontrolliertem Asthma und Heuschnupfen können mit Comirnaty & Co. immunisiert werden.

Personen, die bereits schwere allergische Reaktionen auf Medikamente oder Impfstoffe gezeigt haben, können auch geimpft werden. Diese Personengruppen sollten jedoch länger beobachtet werden. Um sicherzugehen, dass der Patient oder die Patientin die Spritze ohne größere unerwünschte Ereignisse verträgt, sollte eine Nachbeobachtungszeit von 30 Minuten angesetzt werden. Eine erhöhte Notfallbereitschaft sollte vorhanden sein.

Spezialfall: PEG-Allergie

Komplizierter wird es bei Personen, die eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber einen der Inhaltsstoffe der Impfstoffe haben. Bei Comirnaty und Vaxevria kann es vor allem bei PEG-Allergie zur Anaphylaxie kommen. Diese Patient:innen sollten sich in einem speziellem allergologischem Zentrum vorstellen. Dort wird bestimmt, ob es sich um eine IgE-vermittelte Genese handelt oder nicht. Besteht kein Anhalt für die IgE-vermittelte Genese, so können die Betroffenen unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung, erhöhter Notfallbereitschaft und einer intensivierten, verlängerten Nachbeobachtungszeit von 30 Minuten geimpft werden. Gleiches gilt für Personen, die nach der Erstimpfung mit einem Corona-Impfstoff eine schwere allergische Reaktion gezeigt haben.

Nicht geimpft werden sollte bei bestätigter IgE-vermittelter allergischer Genese. Hier sollte keine Anwendung eines mRNA-Impfstoffes erfolgen. Die Immunisierung mit einem alternativen Vakzines kann in Erwägung gezogen werden. Bei IgE-vermittelten Reaktionen handelt es sich um Sofortreaktionen. Neben Juckreiz und Ödemen kann es auch zu Auswirkungen auf das Bronchial- und Herz-Kreislauf-System kommen. Bei sehr schweren Ausprägungen kommt es zum anaphylaktischen Schock.

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