Wick & Hoggar: Apotheker zeigen Reue

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Berlin - Apotheken müssen nach Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) auf Unverträglichkeiten, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen hinweisen und ihre Kunden beraten. Gerade in der Selbstmedikation gilt die Sorgfaltspflicht. Der WDR testete im Format „Servicezeit“ vom 20. Dezember unter der Überschrift „NRW-Apotheken im Test: Wie gut ist die Beratung?“, wie Apotheken auf die Kombination von Wick Medinait und Hoggar Night reagieren.

Nach dem Zufallsprinzip wurden 16 Apotheken in Nordrhein-Westfalen ausgewählt. Verlangt wurde in allen Fällen nach Wick Medinait und Hoggar Night. Beide Präparate enthalten das synthetische Schlafmittel Doxylamin. Das H1-Antihistaminikum kann durch die Kombination überdosiert werden, denn der Wirkstoff wird nur langsam vom Körper abgebaut und hat eine Halbwertszeit von etwa zehn Stunden. Kommt dann noch der Alkohol aus dem Erkältungsmittel dazu, ist der Verwender am nächsten Morgen erst recht nicht fit. Das Reaktionsvermögen ist beeinträchtigt, das Auto sollte auf jeden Fall stehen bleiben. Von der Kombination der Bestseller ist daher dringend abzuraten.

Im Testergebnis berieten elf Apotheken sehr gut. Die Autoren beschreiben die Mitarbeiter in ihrer Beratung als engagiert und verantwortungsbewusst. Sie wollten die Kombination am liebsten gar nicht verkaufen. In einer der Apotheken bekam der Reporter beide Arzneimittel nur unter der Zusicherung, sie nicht zusammen einzunehmen. Die Apothekenmitarbeiter in allen elf Apotheken warnten eindringlich vor einer möglichen Überdosierung und erklärten die Hintergründe.

Die anderen fünf Apotheken packten die Kombination kommentarlos in die Tüte und kassierten ab. „Als wären es harmlose Süßigkeiten“, so der Reporter. „Kunden müssen die Beratung aktiv einfordern.“
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