Pop-up-Apotheke bei Tönnies

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Berlin -

Um nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies die Arzneimittelversorgung zu sichern, haben die Apotheken im Kreis Gütersloh am Wochenende auf dem Firmengelände in Rheda-Wiedenbrück eine „Pop-up-Apotheke“ eröffnet. So sollen die Patienten direkt mit den dort verordneten Arzneimitteln versorgt werden.

In den vergangenen Monaten wurde die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zur Behandlung von Covid-19-Symptomen dezentral durch alle Apotheken vor Ort sichergestellt. Nun wählten die Apotheker bei der Versorgung der betroffenen Tönnies-Mitarbeiter einen zentralen Weg. „Bei so vielen Infizierten, die meist weder Deutsch noch Englisch sprechen und die extrem verunsichert sind, haben wir eine ungewöhnliche und pragmatische Lösung gewählt“, erklärt Claudia Scherrer, Kreisvertrauensapothekerin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und Sprecherin der Apotheker*innen im Kreis Gütersloh.

Im engen Austausch mit Kammer, Landkreis und Bezirksregierung hat Scherrer am vergangenen Wochenende dafür gesorgt, dass die Corona-Patienten des Fleischfabrikanten noch auf dem Tönnies-Firmengelände, wo sich eines der aktuell zwei Behandlungszentren im Kreis Gütersloh befindet, mit den dort verordneten Arzneimitteln versorgt werden. „Außergewöhnliche Situationen führen manchmal zu außergewöhnlichen Maßnahmen“, sagt Scherrer, „und in dieser Situation war eine Pop-Up-Apotheke unter freiem Himmel mit nur fünf Arzneimitteln eine äußerst ungewöhnliche, aber in höchstem Maße realitätsnahe Lösung.“

In der Pop-Up-Apotheke werden Patienten je nach Bedarf mit Codein, Ambroxol, Amoxicillin und Ibuprofen beziehungsweise Paracetamol versorgt. Neben Scherrer, Inhaberin der Nord-Apotheke Gütersloh, sind vor Ort Susanne Gehring (Bahnhof-Apotheke Gütersloh) und Dr. Olaf Elsner (Storchen-Apotheke Gütersloh) im Einsatz. Zunächst arbeiteten sie mit Atemschutz, später mit Vollschutzausrüstung bei knapp 30 Grad Celsius unter freiem Himmel. „Die Beratung erfolgte mit Unterstützung der Dolmetscher, welche aus dem Deutschen ins Rumänische und Bulgarische übersetzten“, so Scherrer. „Das war eine enorme Hilfe.“

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