Krimis

Niemand mordet besser als eine PTA Silvia Meixner, 24.09.2017 10:53 Uhr

Berlin - Apotheker und PTA sind prädestiniert für den perfekten Mord. Sie wissen genau, welche Mittelchen man braucht und wie man das Ganze wie eine unglückliche Vergiftung aussehen lässt. Bei Alexandra Regner kann man nachlesen, wie es geht.

Die Journalistin und PTA hat gerade den Doppelband „Der Apothekenkrimi“ (136 Seiten, Umschau Zeitschriftenverlag, 9,90 Euro) veröffentlicht. Die Idee hatte sie, als ihre Kollegin Sabine Breuer im Krankenhaus lag. Sabine Breuer erzählt: „Ich wollte eigentlich meine Tochter in Neuseeland besuchen. Der Flug war schon gebucht, kurz vorher nahm ich an einem kalten Februartag an einer Seebestattung teil. Auf dem vereisten Steg zum Schiff bin ich ausgerutscht und habe mir das Sprunggelenk gebrochen. Ich musste ins Krankenhaus und operiert werden.“ Statt Neuseeland gab es Krankenbett, der Frust war groß.

Da begann Kollegin Regner, zum Trost und zur Ablenkung einen Krimi zu schreiben. Texthäppchen für Texthäppchen mailte sie ins Krankenhaus. Nach drei Wochen stand fest, dass daraus ein Buch werden sollte. Mit „Der Tod im Labor“ ließ sich die Langeweile wunderbar überbrücken: Als Dr. Werner Heintzmann, Leiter der fiktiven PTA-Schule Kallenberg, stirbt, hält er ein Fläschchen „Coronal Kreislauftropfen“ fest umklammert. Ein Unglücksfall? Das ist nicht auszuschließen, denn den 52-Jährigen plagen Existenzsorgen. Die PTA-Schule soll geschlossen werden. Andererseits war er kerngesund gewesen. Und nun liegt er da, auf den säurebeständigen Spezialfliesen.

Die Chemielehrerin ist davon überzeugt, dass es kein Unfall war und bittet ihre Freundin, die Apothekerin Britta Badouin, um Unterstützung bei den „Ermittlungen“. Die schickt ihre schlaue PTA Annette ins Rennen, der es in beiden Kurz-Krimis gelingt, so manche kleine und größere Lüge aufzudecken. Obst aus Indien wird der Leser künftig jedenfalls mit neuen Augen betrachten…

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