Nach Bild-Artikel: Kunden hamstern Medikamente | APOTHEKE ADHOC
„Heute war die Hölle los!“

Nach Bild-Artikel: Kunden hamstern Medikamente

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Berlin -

Am Montag titelte die Bild: „Pillenschock in der Apotheke“. Seitdem ist in einigen Apotheken die Hölle los. In der Seeapotheke in Konstanz erlebt das Team von Inhaber Murat Baskur einen Ansturm wie zuletzt zu Beginn der Pandemie.

Baskur berichtet über einen regelrechten Kundenansturm: „In der Apotheke die Hölle los. Viele Patient:innen kamen mit Mehrverordnungen über die gängigen Arzneimittel.“ Er habe den Eindruck, es sei Panik ausgebrochen: „Eine ähnliche Situation hatten wir kurz vor dem ersten Lockdown. Damals kamen auch sehr viele Leute und haben sich bevorratet.“

Dabei seien keine speziellen Medikamente vorrangig verordnet worden. „Es war eigentlich alles an Wirkstoffen dabei“, so Baskur. Die Apotheke sei generell gut besucht durch die Lage in einem Ärztehaus. Baskur ist trotzdem erstaunt über den regen Kundenzulauf: „Die Menschen wissen von verschiedenen Medien, wie es um die Lieferengpässe steht, und haben nun Angst, dass sie keine Medikamente mehr bekommen.“ Günstig sei die Bestellsituation in der Apotheke: „Wir haben mehrere Großhändler, von denen wir fünf bis sechsmal beliefert werden pro Tag. Die Lücken in den Schubladen konnten wir mit den lieferfähigen Medikamenten so ganz gut ausgleichen.“

Die prekäre Liefersituation vieler Arzneimittel ist also jetzt spürbar in der Bevölkerung angekommen. Aktuell fehlen laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 299 Medikamente. Tatsächlich sind die Engpässe in den Apotheken allgegenwärtig.

„Pillenschock in der Apotheke“ lautete die Überschrift des Artikels, in dem Daniela Hänel, Inhaberin der Linda Apotheke aus Zwickau, über ihre Erfahrungen berichtet. „Am Samstag musste ich drei Patienten wegschicken, weil keine Alternative da war und ich auch keinen Arzt erreichen konnte“, so Hänel.

Lauterbach will reagieren

„Wir haben es mit der Ökonomie zu weit getrieben“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mit Blick auf die Lieferengpässe bei Arzneimitteln. Gerade bei Generika hätten selbst kleinste Unterschiede beim Einkauf oft gravierende Folgen: „Das führt dazu, dass der billigste Anbieter bevorzugt werden muss, selbst wenn ein Engpass dadurch absehbar ist.“ Als aktuelle Beispiele nannte er Fiebersäfte für Kinder, aber auch Medikamente gegen Brustkrebs und Bluthochdruck. „Das sind Lieferengpässe, die wir nicht dulden können.“ Denn Arzneimittel seien ein Teil der Grundversorgung. Noch vor Weihnachten sollen Eckpunkte für kurzfristige Maßnahmen vorgestellt werden.

Zahlreiche Medien titeln

Auch Spiegel online berichtete zuletzt über die Engpässe. RTL titelte: „Ärzte und Apotheker warnen! Medikamenten-Engpässe spitzen sich dramatisch zu!“ Darüber hinaus wurde das Thema auch durch die Tagesschau aufgegriffen („Apotheker warnen vor Lieferengpässen“), der NDR produzierte einen Vor-Ort-Bericht zum Artikel „Medikamentenmangel in Schleswig-Holstein“ und auch zahlreiche andere Lokal- und Online-Medien griffen die Thematik auf:

  • Medikamentenmangel in Gelsenkirchen: „Das reinste Chaos“ (WAZ)
  • Engpass in Dortmunder Apotheken betrifft mehrere Medikamente (ruhr24.de)
  • Medikamente werden knapp: Was Südbadens Apotheker Patienten raten (swr aktuell)
  • So schlimm war es noch nie: Medikamentenengpass auch in Hamm ein Problem (WA)
  • Warum nicht nur Fiebersäfte fehlen (FAZ)
  • Notstand in Apotheken: Diese Medikamente sind derzeit knapp (Augsburger Allgemeine)
  • In Kliniken werden Medikamente knapp (Eßlinger Zeitung, Stuttgarter Nachrichten)
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