Grippeimpfung – Efluelda erklären

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Berlin -

Efluelda (Sanofi) ist ein Hochdosis-Impfstoff. Er soll speziell bei Menschen ab 60 Jahren verimpft werden. Auch in diesem Jahr ruft die Politik vermehrt zur Grippeimpfung auf. Dabei kann der Einsatz von Efluelda zu Unsicherheiten führen. Die Akzeptanz und Impfbereitschaft gegenüber dem „speziellen“ Vakzin könnte durch die gezielte Beratung der Kund:innen gesteigert werden.

Ob die verschiedenen Alterseinschränkungen bei Vaxzevria (AstraZeneca) oder die Rote-Hand-Briefe bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna – vieles hat zu Skepsis gegenüber der Immunisierung geführt. Die vielen Fragen und Diskussionen rund um die Corona-Impfstoffe wirken sich auch auf die Impfbereitschaft bei anderen Erkrankungen aus. Diese sind nicht immer positiv und so könnte es sein, dass die Apotheke in diesem Herbst besondere Beratungsleistung erbringen muss – vor allem, wenn es um den Grippeimpfstoff „speziell für Ältere“ geht.

Hochdosis-Impfstoff für mehr Schutz

Efluelda ist ein tetravalenter Grippeimpfstoff, der die vierfache Antigenmenge des standardisierten Impfstoffes gegen Influenza enthält. Da das Immunsystem von älteren Menschen nicht mehr so gut auf Influenza-Impfstoffe reagiert, baut sich oftmals nur ein geringer Schutz auf. Die erhöhte Antigenmenge in Efluelda soll bei Personen über 60 Jahre eine verbesserte Immunantwort bewirken. Laut Studien sei der Hochdosisimpfstoff rund 24 Prozent wirksamer gegenüber normal dosierten Vakzinen.

Verunsicherte Kund:innen sollten darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dem Impfstoff um eine bekannte Impfstofftechnologie handelt. An der Wirkweise hat sich nichts Grundlegendes geändert – das Vakzin ist nur höher dosiert.

Aber auch in die andere Richtung kann Beratung notwendig sein. Personen über 60 Jahre können weiterhin auch mit anderen Impfstoffen gegen Grippe geimpft werden. Das Bundesgesundheitsministerium hat dies in einer Rechtsverordnung klargestellt. Das heißt, wer den Hochdosis-Impfstoff nicht bekommen möchte oder kann (Lieferverzögerungen), der kann mit jedem zugelassenem Influenza-Vakzin immunisiert werden.

Wann sollte gegen Grippe geimpft werden?

Ab Oktober beginnen die Ärzt:innen Impfungen durchzuführen. Dabei sind zu Beginn des Herbstes noch nicht alle Chargen freigegeben und im Umlauf. Dennoch: Wer einen Termin zur Impfung bekommt, der sollte ihn so frühwahrnehmen. Am besten sollte die Impfung bis Mitte Dezember erfolgt sein. In Deutschland kommt es meist zum Jahreswechsel zu steigenden Infektionszahlen. Rund zwei Wochen nach der Impfung hat sich der vollständige Impfschutz aufgebaut. Nach der Injektion kommt es sehr häufig zu Hautreaktionen und Schmerzen an der Einstichstelle. Diese Symptome bessern sich meist innerhalb von zwei Tagen.

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