Efluelda: Viermal stärker, 24 Prozent wirksamer

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Berlin - In der kommenden Grippesaison gibt es einen neuen Kandidaten unter den Influenza-Vakzinen, der für Trubel sorgen könnte: Der Hochdosis-Impfstoff Efluelda von Sanofi wird von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für alle Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat einen entsprechenden Beschluss vorgenommen und war damit der Empfehlung gefolgt. In Studien konnte Efluelda einen besseren Impfschutz erzielen – in der nationalen Reserve befindet sich das Vakzin jedoch nicht.

Wenn es um Impfungen geht, steht derzeit vor allem eine Erkrankung im Fokus: Covid-19. Doch auch andere Schutzimpfungen sollten während der Pandemie nicht in Vergessenheit geraten. Davor warnt auch Dr. Collin Blume, Internist aus Düsseldorf. Viele Menschen würden die Influenza mehr wie eine harmlose Erkältung sehen. Dabei befalle sie ähnlich wie auch Covid-19 den ganzen Körper – mit weitreichenden Folgen. Die Vorsorge in Form einer Impfung werde häufig nicht ernstgenommen. Das wiederrum sei ein Riesenproblem.

Denn im Alter verändert sich das Immunsystem: Seine Funktion nimmt ab und damit auch das Ansprechen auf Impfstoffe. Der Schutz fällt daher schwächer aus als bei jüngeren Menschen. Bei Senioren kommen zudem oft verschiedene Grunderkrankungen hinzu, die als Risikofaktoren gelten. Efluelda ist der erste und einzige tetravalente Hochdosis-Influenza-Impfstoff (QIV-HD). Er enthält die vierfache Antigenmenge des standarddosierten Influenza-Impfstoffs und wurde speziell zur Verbesserung des Impfschutzes für ältere Menschen entwickelt. Ab der Saison 2021/2022 soll der Hochdosis-Impfstoff als Standard für Menschen über 60 Jahren gelten: Ein besserer Schutz soll für weniger Erkrankungen sorgen.

Der beste Zeitpunkt für die Impfung sei noch vor der Influenza-Hochsaison, empfiehlt Blume. Die Monate Oktober und November seien am besten geeignet. Auch wenn Corona-Impfung und Influenza-Impfung derzeit nicht zusammen verabreicht werden dürfen, könnte das aktuelle Interesse an der Sars-CoV-2-Impfung helfen: „Man sollte direkt an die Corona-Impfung anschließen und auf die Influenza ansprechen – so kann geplant und ein Termin vereinbart werden“, erklärt der Internist. „Impfen ist aktuell in aller Munde – den Werbeeffekt kann man nutzen.“

Dr. Peter Buggisch, Infektiologe aus Hamburg, erklärt die Hintergründe zur Evidenz von Efluelda: In einer randomisiert kontrollierten Studie über zwei Influenza-Saisons in den USA und Kanada war der hochdosierte trivalente Influenza-Impfstoff 24 Prozent wirksamer als der standarddosierte trivalente Influenza-Impfstoff bei der Verhinderung laborbestätigter Influenza-Fälle bei Erwachsenen ab 65 Jahren.

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