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Glaeske fordert Werbeverbot für Nasenspray APOTEHKE ADHOC, 17.01.2018 13:25 Uhr

Glaeske geht weiter. Der Pharmakologe fordert ein Werbeverbot für abschwellende Nasensprays. „Es wird immer vereinfacht dargestellt, dass die Wirkung im Vordergrund steht, aber die unerwünschten Auswirkungen, auch die Langzeitfolgen eigentlich nicht benannt werden. Und insofern sollte für all diese Mittel, die tatsächlich auch missbräuchlich angewendet werden können, die Werbung unterbunden werden."

Gegen eine kurzzeitige Anwendung der Präparate spreche prinzipiell nichts. Verwender sollten sich jedoch an die maximale Anwendungsdauer von fünf bis sieben Tagen halten. Von den scheinbar harmlosen Produkten wurden 2017 etwa 80 Millionen Packungen abgegeben. Xylometazolin und Oxymetazolin sind bekannte Sympathomimetika. Sie wirken gefäßverengend und lassen die Nasenschleimhäute durch Einfluss auf die Alpha-Adrenozeptoren abschwellen – die Nase ist frei. Gefährlich kann es werden, wenn die maximale Anwendungsdauer überschritten wird.

Bereits nach nur zehn Tagen kontinuierlichen Gebrauchs kann die Nasenschleimhaut dauerhaft anschwellen und die Atmung erschweren. Ursache kann der Rebound-Effekt durch die Stimulation der Beta-Rezeptoren sein, die einen gefäßerweiternden Effekt hervorrufen. Der gefäßverengende Effekt überwiegt, die Wirkung auf die Beta-Rezeptoren dauert jedoch länger an. Diskutiert wird ebenfalls eine Gewöhnung durch Überstimulation der Alpha-Rezeptoren. Die Betroffenen sprühen weiter und geraten in einen Teufelskreis. Die Nasenschleimhäute trocknen mehr und mehr aus und werden rissig. Ärzte sprechen von einer Rhinitis medicamentosa.

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