Notdienst

Die Notdienst-Odyssee von Anne H. APOTHEKE ADHOC, 18.04.2018 15:25 Uhr

Berlin - An Wochenende aber auch an den Feiertagen kann ein medizinischer Notfall zu einer Geduldsprobe für die Betroffenen werden. Umso ärgerlicher ist es, wenn man von Pontius zu Pilatus rennt, um angemessen versorgt zu werden. Die Laupheimerin Anne H. musste eine solche Notdienst-Odyssee durchmachen. Ihr Fazit: Die Organisation der medizinischen Notfallversorgung sei zu bürokratisch und unlogisch und der Patient einmal mehr „der Volldepp“.

Alles fing an Karfreitag mit einem Zeckenbiss an. Laut einem Bericht der Schwäbischen Zeitung entdeckte Anne H. das Tierchen, nachdem sie von der Gartenarbeit heimgekehrte. Ihr Ehemann versuchte, die Zecke zu entfernen. Doch es blieb ein schwarzer Punkt zurück, um den herum sich ein roter Kreis bildete. Als die Rötung auch am nächsten Tag nicht verschwunden ist, machte sich die 68-Jährige Sorgen.

Sie setzte sich ins Auto und fuhr in die Notaufnahme der Laupheimer Sana-Klinik. Dort wurden die Reste der Zecke entfernt und die Bissstelle versorgt. Außerdem empfahl der behandelnde Arzt der Frau, vorbeugend ein Antibiotikum zu nehmen. Soweit, so gut. Doch dann erklärte der Mediziner der verblüfften Patientin, dass er für das Antibiotikum kein Rezept ausstellen könne. Dafür müsse sie die Notfallpraxis der Hausärzte aufsuchen.

Diese befindet sich allerdings in mehr als 22 Kilometer Entfernung in Biberach im Gebäude der Sana-Klinik. Da es jedoch Karsamstag ist und bis zur nächsten regulären Öffnung ihres Hausarztes noch mehr als zwei Tage vergehen würden, beschloss die Frau den Weg trotzdem auf sich zu nehmen. Dort angekommen bekam sie, schreibt die Regionalzeitung, auch recht zügig ihr Rezept.

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