Apotheker schockiert: Kundin ignoriert Corona-Quarantäne

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Der Apotheker und eine Mitarbeiterin, die sich bereits mit in der Apotheke befand, waren fassungslos. Nachdem die Frau die Apotheke verlassen hatte, schloss Hahn die Apotheke zunächst wieder. „Wir haben uns reflexartig die Hände desinfiziert – totaler Schwachsinn“, weiß auch er im Nachhinein. „In dem Moment war es jedoch eine totale Übersprungshandlung.“ Da schließlich auch der Dienstbeginn anstand, trudelten nach und nach die anderen Mitarbeiter durch die bis zum Vorfall geöffnete Türe ein. „Die sind alle womöglich durch die Aerosolwolke der Dame gelaufen“, meint Hahn. Schließlich habe er keine Chance gehabt, jemanden vorzuwarnen.

Nach dem Vorfall informierte der Apotheker daher zunächst das Gesundheitsamt, um eine Rückmeldung zu erhalten, ob die Apotheke weiter geöffnet bleiben darf. Doch diese Rückmeldung ließ auf sich warten: Rund vier Stunden dauerte es, bis Hahn die Erlaubnis zur Öffnung erhielt. „Da der Face-to-Face-Kontakt unter 15 Minuten lag, wurde mir gesagt, es bestehe kein Infektionsrisiko.“ Dennoch waren alle Mitarbeiter verunsichert und geschockt über den Vorfall. „Wir mussten uns erstmal wieder sammeln“, erklärt Hahn. Während der Wartezeit habe vorsichtshalber keiner der Mitarbeiter die Apotheke verlassen.

Aufgrund solcher Ereignisse hat der Apotheker kein Verständnis für die derzeitigen Regelungen: „Ich verstehe nicht, warum die Ausgangssperre nicht kommt“, erklärt er. Man müsse mit Vernunft und notfalls auch mit Nachdruck handeln. Dabei sei es egal, ob man zur Risikogruppe zähle oder nicht. „Wir haben es mit einem Gegner zu tun, den man nicht sieht und den man nicht mit den Sinnen erfassen kann – das ist anders als im Kalten Krieg.“ Entscheidend sei derzeit also, sich bestmöglich zu schützen. Auf die notwendigen Plexiglasscheiben wartet die Apotheke allerdings noch. Das Angebot sei mittlerweile knapp und vor allem online sehr undurchsichtig und auch unseriös geworden. Daher hat der Apotheker nun eine örtliche Firma beauftragt. „Ich möchte etwas Dauerhaftes haben, was auch nach den Corona-Zeiten stehen bleibt“, erklärt er. In anderen Ländern sei eine Trennwand zwischen Personal und Kunden längst Standard. „Ich finde das gar nicht so verkehrt – schließlich gibt es nicht nur Corona.“

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