Apotheken-EDV

Falsche Preise bei ADG

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Berlin -

Apotheker mit einer Warenwirtschaft von ADG haben in den vergangenen Tagen womöglich falsch kassiert: Mit der Preisänderung am Sonntag wurden für sechs Präparate die falschen Festbeträge gemeldet. Dies hatte zur Folge, dass den Patienten beim Verkauf die falschen Mehrkosten berechnet wurden. Der Fehler sollte noch Mittwochabend behoben worden sein.

Betroffen sind die S3000-Systeme. Für Clexane, Fragmin, Fraxodi, Innohep und Lovenox waren die falschen Festbeträge gemeldet worden, für 24 Clexane-Fertigspritzen à 80 mg beispielsweise 234,69 statt 177,51 Euro. Der Fehler fiel mitunter auf, weil die Kunden eine andere Zuzahlung als sonst leisten mussten.

ADG hatte seinen Kunden mitgeteilt, dass die betroffenen Festbeträge spätestens Mittwochabend „mit dem Herunterfahren Ihres Systems“ korrigiert werden. Ob nun die neuen Preise angezeigt werden, solle am Beispiel Clexane (PZN 11331496) kontrolliert werden. Der Anbieter bittet die Apotheken, alle entsprechenden Rezepte, die zwischen dem 15. und 18. Mai beliefert wurden, hinsichtlich der Mehrkosten zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. „Weiter bitten wir Sie, eventuell zu viel bezahlte Mehrkosten Ihren Kunden zu erstatten.“

In diesem Zusammenhang weist ADG außerdem darauf hin, „dass die Rechenzentren bei der Rezeptabrechnung diesen Fehler erkennen und eine Korrektur vorschlagen“. Die Phoenix-Tochter entschuldigt sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

In der Apothekensoftware kommt es immer mal wieder zu Fehlern: Im Herbst des vergangenen Jahres waren Codein-haltige Hustentropfen bei Asys plötzlich als Betäubungsmittel aufgeführt. Damals kamen viele Faktoren zusammen: eine komplizierte gesetzliche Vorgabe, eine neue Kennzeichnung durch die ABDATA, ein Fehler in der Asys-Programmierung und die Expopharm, die viele Mitarbeiter in Düsseldorf beschäftigte.

Sanofi hatte im März 2015 offenbar vergessen, den Preis für das Präparat Insuman auf das Festbetragsniveau zu senken. Der Hersteller bot den Kassen an, die Differenz zu erstatten – doch in der Software standen noch die alten Preise. Die Apotheker sollten bei der Umsetzung der Rabattregelung helfen.

Im März 2014 war Tecfidera noch nicht in der Software gelistet – aber schon lieferbar. Rezepte mussten entweder händisch abgerechnet oder bis zur nächsten Softwareaktualisierung aufgehoben werden. Bei Preisen von 556 beziehungsweise 2172 Euro konnte diese Taktik aber teuer werden.

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