Pharmazieräte: Hitze und Heimvertrag

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Berlin -

Heimversorgung, Lagertemperatur und Dokumentation waren die Hauptthemen der diesjährigen Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD). Fast 100 ehrenamtliche Pharmazieräte und Amtsapotheker haben in Mainz über die Auslegung der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) diskutiert. Die Ergebnisse zeigen einen gewissen Pragmatismus.

In Sachen Lagertemperatur haben sich die Pharmazieräte beispielsweise für eine „praxisnahe und pragmatische Interpretation“ ausgesprochen: Kurzzeitige geringe Überschreitungen der Grenze von 25 Grad Celsius seien tolerierbar – unter Berücksichtigung verschiedener Parameter, etwa der mittleren kinetischen Temperatur oder der technologischen Temperaturstabilität.

Genaue Vorgaben machen die Pharmazieräte dazu aber nicht: „Jeder ist Pharmazeut und muss das selbst beurteilen können“, so der APD-Vorsitzende Christian Bauer. Im Fokus sollen einfache Lösungen stehen: Weder dürften zwei Schübe von der prallen Sonne erhitzt werden, noch solle bei 25,1 Grad „die gesamte Maschinerie anrollen“, verdeutlicht Bauer.

Bei der Heimversorgung versuchen die Pharmazieräte, eine Lösung für ein stetig wachsendes Problem zu finden: Allzu oft drängten Apotheker ihre Patienten dazu, ihr Wahlrecht auch im Heim auszuüben – ohne dass sie dabei einen Versorgungsvertrag mit dem Träger abschließen. Wenn mehr als 5 Prozent der Bewohner eines Heimes von einer Apotheke ohne Vertrag versorgt werden, wollen die Pharmazieräte künftig genauer hinschauen. Nach Auffassung der APD-Mitglieder liegt dann nämlich ein Hinweis auf einen Umgehungstatbestand vor. Als starre Grenze sei dieser Wert aber nicht zu verstehen, betont Bauer. Man werde die Sache dann kontrollieren.

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