Abrechnung: Portal zählt auch fehlerhafte und abgebrochene Impfzertifikate

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Das wüsste auch Fabritius-Friedel gern. Aber an Informationen zu kommen, ist am Montagmorgen schwer bis unmöglich, wie sie bereits feststellen musste. „Ich habe schon um 8.15 Uhr beim Verband angerufen und gefragt, ob ich Geimpfte aus Impfzentren eigentlich bedienen kann. Das wussten sie auch nicht!“ Und das könnte bereits ein Menetekel sein: Denn die Impfzentren sollen in den meisten Bundesländern Codes per Post verschicken. Trotzdem besuchen am Montagmorgen zahlreiche Menschen, die dort geimpft wurden, Apotheken, um ihre Impfpässe zu digitalisieren. Ob sie das aus Ungeduld oder mangelnder Information über den Versand tun, sei dahingestellt. Fakt ist jedenfalls: „Die Impfzentren kriegen für den Postversand dann noch Geld vom Land oder vom Bund, während die Impflinge in die Apotheke gehen, die dann ebenfalls dafür vergütet werden.“

Aus ihrer Sicht ist das vor allem eines: eine Verschwendung von Steuergeldern, die dann wieder als „Finanzspritze“ negativ auf die Apotheken zurückfallen könnte. „Da muss etwas getan werden, aber schnellstens! Diese Lücke muss sofort geschlossen werden“, fordert Fabritius-Friedel. „Da wird schon wieder so viel Geld in den Sand gesetzt und dem Betrug Tür und Tor geöffnet. Und morgen steht wieder in der Zeitung, dass wir Apotheken Abzocker wären. Dann wird dann uns wieder vorgeworfen, wir seien diejenigen, die zu viel abrechnen. Das will ich nicht, denn wir können da nichts dafür. Aber am Ende sind wir es wieder, denen dann die Vergütung gekürzt wird.“

Bis dahin steht sie aber weiter vor der Frage, wie mit dem Problem praktisch umzugehen ist. Einfach ignorieren und hoffen, dass es mit der Abrechnung schon passen wird? „Soll ich die Ausdrucke archivieren und als Belege nutzen? Dann verstoße ich gegen den Datenschutz. Aber auf den Zähler kann ich mich ja offensichtlich auch nicht verlassen“, sagt sie. „Wir werden ja geradezu aufgefordert, uns hier strafbar zu machen.“

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