BPhD-Umfrage

97 Prozent der Pharmaziestudenten sind gestresst

APOTHEKE ADHOC, 22.05.2020 13:15 Uhr

Viele empfehlen Pharmaziestudium nicht weiter

Die weiteren Auswertungen geben jedoch Anlass zur Sorge: „Etwa ein Achtel der Befragten leidet – nach eigener Aussage – unter einer studienbedingten psychischen Erkrankung. Dieser Anteil steigt mit dem Studienfortschritt an. Es zeigt sich, dass die Anforderungen des Studiums viele der Befragten vor große Herausforderungen stellen.“ Durch den eng getakteten Stundenplan fehle den Studierenden im Semester die Zeit für Ausgleich und Erholung. Lediglich 8 Prozent der Studierenden empfehlen daher das Studium weiter. Mehr als 66 Prozent empfehlen es nur solchen mit großem Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern. Ganze 20 Prozent sprechen sich gegen das Pharmaziestudium aus und empfehlen es nicht weiter.

„Diese Entwicklungen und Ergebnisse erachten wir als sehr bedenklich“, schreibt der BPhD. Er fordert bereits seit einigen Jahren eine Verlängerung und Entzerrung des Studiums. „Die aktuellen Umfrageergebnisse verleihen dieser Forderung noch einmal Nachdruck.“ Das Pharmaziestudium müsse Raum für eine adäquate Vor- und Nachbereitung der Inhalte bieten. Nur so könnten ein tiefgreifendes Verständnis sowie Fertigkeiten auf einem entsprechenden Niveau erworben werden.

Geringe Vergütung stresst im praktischen Jahr

Auch im PJ gibt es einige Stressfaktoren. Vor allem die finanzielle Lage bereitet vielen Sorge: So würden einige Pharmazeuten im Praktikum weniger als 800 Euro brutto erhalten. Diese Vergütung sei jedoch vor allem in Ballungsräumen zum Bestreiten der Lebenshaltungskosten nicht ausreichend. „Zusätzlich empfinden die PhiP die Vergütung vor dem Hintergrund des Wissensstandes ihrer bisherigen Ausbildung als nicht angemessen“, erklärt der BPhD.

Krankheit als Stressfaktor

Ein weiterer Faktor, der zu Stress führt ist die Regelung der Krankheitstage: In einigen Fällen müssen die entsprechenden Stunden nachgearbeitet werden, in manchen Betrieben werden stattdessen die Urlaubstage gekürzt. Denn gemäß der Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) werden Unterbrechungen bis zu den Urlaubstagen im Bundesrahmentarifvertrag der Adexa auf die Ausbildung angerechnet. Wie mit darüberhinausgehenden Unterbrechungen verfahren wird, obliegt jedoch dem jeweiligen Arbeitgeber. „Entsprechend zeigt sich ein Flickenteppich an Lösungen für diese Situation“, erklärt der BPhD. Einige Vorgesetzte seien glücklicherweise kulant und würden Krankheitstage zulassen – ohne ein Nacharbeiten zu fordern.

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