3G am Arbeitsplatz: Ansturm auf Testzentren, Engpass bei Schnelltests

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Auch wenn sie ihre eigenen Testzentren und andere Einrichtungen die vergangenen Monate weiter mit Schnelltests versorgt habe, müssten die plötzlich sprunghaft gestiegenen Bestellungen organisiert werden. „Alle brauchen plötzlich Tests.“ Die Pflegeeinrichtungen etwa hätten im März und April wöchentlich noch 80.000 Tests angefragt. Dann sei die Zahl seit August auf 20.000 pro Woche gesunken. „Vor zwei Wochen wurden allein für Sachsen für einen Tag 30.000 Stück benötigt.“ Jetzt seien es insgesamt zwischen 200.000 und 250.000 Stück pro Woche. „Das ist der Wahnsinn.“

Andrang in Testzentrum

Auch in ihrem Testzentrum in Bonn war heute Morgen mehr los als sonst. Zwischen 7 und 8 Uhr seien 87 Menschen getestet worden – doppelt so viel wie noch zuvor. „Das wird in den nächsten Tagen noch boomen“, erwartet Farhang. Denn die Teststelle befindet sich in einem Industriegebiet und verfüge über einen Drive-Inn-Schalter. „Ich bin am Überlegen, weitere Standorte zu öffnen und habe es dem Gesundheitsamt schon vorgeschlagen.“

Farhang ist in den vergangenen Monaten eine der Apotheker:innen gewesen, die ihr Testangebot aus Überzeugung nicht komplett eingestellt hat – auch wenn die Zahlen teilweise deutlich zurückgegangen sind. „Ich habe meinen Mitarbeitern gesagt, sucht euch bitte keinen neuen Job und bleibt bis Weihnachten. Auch wenn das Geschäft dadurch wirklich teilweise defizitär war.“ Die Teststrategie sei eine der wichtigsten Säulen in der Pandemiebekämpfung, ist sie überzeugt. Die Schnelltests ermöglichten, „die Gefahr“ schnell zu erkennen und die betroffenen Personen zu isolieren. Zudem engagiert sie sich, ein Impfangebot in Kooperation mit Ärzt:innen aufzubauen. Dazu habe sie Vorschläge bei der Stadt Ratingen eingereicht und wartet aktuell auf Rückmeldung.

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