1500 Euro Strafe wegen Notdienstgebühr

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Hase schlug seiner Kammer vor, die Formulierung anzupassen und „2,50 Euro Notdienstgebühr während des Notdienstes“ auszuweisen. Natürlich würde er einen Alternativvorschlag der eigenen Kammer bevorzugt behandeln. Der Apotheker drückte in seiner Stellungnahme aber auch sein Missfallen am Vorgehen seiner Standesvertretung aus: „Dass bei einem derart unklaren rechtlichen Sachverhalt gleich ein berufsgerichtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, empfinde ich nicht gerade als kollegial.“ Ein Hinweis der Kammer mit entsprechender Empfehlung, gegebenenfalls auch mit Fristsetzung, hätte er jedenfalls passender gefunden.

Anfang des Monats beschloss der Kammervorstand, dass das Verhalten sanktioniert werden müsse. Denn in der Vergangenheit gab es einen anderen Vorfall in der Insel-Apotheke, der aus Sicht der Kammer ähnlich gelagert war. Eine Kundin hatte in der Mittagspause die „Pille danach“ verlangt. Ob das nicht bis nach der Pause warten könne, habe er die Frau gefragt, berichtet Hase. Weil diese auf eine sofortige Versorgung bestanden habe, kassierte Hase aus Ärger ausnahmsweise auch mittags die Notdienstpauschale. Die Kundin war eine Testkäuferin der Apothekerkammer. Hase fühlte sich absichtlich in die Falle gelockt. Das folgende berufsrechtliche Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 250 Euro eingestellt.

So billig kam er diesmal nicht davon. Zwar sah die Kammer nach Einschätzung der Gesamtsituation davon ab, Klage vor dem Berufsgericht Schleswig zu erheben. Allerdings nur unter der Bedingung, dass Hase 1500 Euro an die Kammer überweist, die diese dann zu gemeinnützigen Zwecken spenden will.

Hase willigte ein, ließ die Kammer gleichwohl wissen, wie enttäuscht er von deren Vorgehen ist. Immerhin solle die Kammer laut Satzung die Interessen der Apotheker vertreten. „Nach meinem Verständnis bedeutet das, dass die Kammer mir als Apotheker helfen sollte, den Beruf bestmöglich auszuüben, und nicht mit derartig überzogenen Maßnahmen gegen mich als Mitglied der Kammer vorgehen sollte“, so Hase. Er habe zudem nach wie vor Zweifel daran, ob der Hinweis auf die Notdienstgebühr ohne präzise Zeitangabe tatsächlich eine Täuschung des Kunden darstelle.

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