Arzneimittelkriminalität

Rezeptfälschung = Retax APOTHEKE ADHOC, 22.11.2017 13:08 Uhr

Berlin - Rezeptfälschungen sind Betriebsrisiko: Eine Versicherung für Apotheken gibt es im Fälschungsfall nicht. Erkennen die Rechenzentren das zur Abrechnung eingereichte Rezept als Manipulation, hat die Apotheke den schwarzen Peter und bleibt auf den Kosten sitzen.

Original und Fälschung sind kaum noch zu unterscheiden, so professionell sind die Täter am Werk. Dabei ist eine Rezeptfälschung kein Kavaliersdelikt, sondern Urkundenfälschung – wie die Herstellung von Blüten. Den Tätern droht laut Strafgesetzbuch (StGB) eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe, in besonders schweren Fällen kann eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren verhängt werden. Apotheker müssen Rezepte genauso wie Banknoten im Rahmen der Sorgfaltspflicht prüfen.

Erkennt der Apotheker die Fälschung nicht oder hätte diese erkennen müssen, darf das Rezept nicht beliefert werden. Laut Arzneiliefervertrag Hessen § 3 Absatz 9 verlieren Apotheker den Anspruch auf Vergütung. „Die Krankenkassen sind nicht verpflichtet, Lieferungen aufgrund gefälschter Verordnungen zu bezahlen, wenn die Fälschung bei Wahrnehmung der erforderlichen Sorgfalt erkennbar war. Liegen Anhaltspunkte vor, die den Verdacht einer Fälschung begründen oder ergeben sich sonstige Bedenken, ist die Apotheke verpflichtet, das Mittel vorerst nicht abzugeben und den Arzt zu informieren.“ Aus diesem Grund halten sich die Verbände mitunter in der Kommunikation über aktuelle Rezeptfälschungen zurück.

Hat die Apotheke die Fälschung erkannt, muss die Polizei informiert werden. Dies gilt auch, wenn die Urkundenfälschung erst im Nachhinein entdeckt wurde. Im Zuge der kriminaltechnischen Ermittlungen wird bei Rezeptbelieferung auch die Krankenkasse über den Fall informiert. Wird der Apotheker nicht tätig und schaltet trotz eindeutiger Hinweise nicht die Polizei ein, kann dies rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der Apotheker verstößt gegen § 17 Apothekenbetriebsordnung (ApoBetrO): „Das pharmazeutische Personal hat einem erkennbaren Arzneimittelmissbrauch in geeigneter Weise entgegenzutreten. Bei begründetem Verdacht auf Missbrauch ist die Abgabe zu verweigern.“ Auch § 21 ApoBetrO zur Abwehr von Arzneimittelrisiken ist berüh

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