Repetitorium Parkinson

Levodopa nicht mit Eiweiß

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Berlin -

Tetrazykline sollen nicht mit Milch- und Milchprodukten eingenommen werden, Levothyroxin auf nüchternen Magen und MAO-Hemmer nicht mit Käse. Warum Levodopa nicht mit Eiweiß-haltigen Lebensmitteln eingenommen werden sollte, beschreibt das folgende Repetitorium.

Fall: Auf dem Weg zur Sommerfigur will ein Kunde Mitte 50 mithilfe einer Formula-Diät einige Kilos verlieren. Er will den eiweißhaltigen Shake als Mahlzeitenersatz nutzen. Auffällig ist jedoch ein leichter Tremor der linken Hand. Im Gespräch gibt der Kunde an, seit einem halben Jahr Levodopa zur Parkinson-Therapie einzunehmen.

Analyse: Wird Levodopa zusammen mit eiweißreicher Kost eingenommen, können verringerte Blutspiegel des Wirkstoffes die Folge sein. Dies kann auf die Ähnlichkeit von Levodopa zu Eiweißbausteinen zurückgeführt werden. Wirkstoff und Aminosäuren konkurrieren um die gleichen Transporter sowohl im Magen-Darm-Trakt als auch an der Blut-Hirn-Schranke. Ist der Transporter vom Nahrungseiweiß belegt, kann Levodopa nicht andocken und ins Blut aufgenommen werden. Die Folge können Wirkverlust oder Wirkungsschwankungen sein. So kann eine eiweißreiche Ernährung die Wirkung abschwächen und eine eiweißarme Kost diese verstärken.

Levodopa kann zur Parkinson-Behandlung sowie zur Therapie des Restless-Legs-Syndroms eingesetzt werden. Die Schüttellähmung tritt meist zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr auf. Eine genaue Ursache ist bislang nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass Nervenzellen im Gehirn absterben. Zudem fehlt es am Botenstoff Dopamin, der an der Bewegungssteuerung beteiligt ist. Die Folgen können eine Bewegungsverlangsamung, Muskelstarre, Zittern oder Störungen im Haltereflex sein.

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