Kinder-NEM meist zu hoch dosiert

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Berlin - Laut der Verbraucherzenrale Nordrhein-Westfalen nimmt mittlerweile jedes zehnte Kind Nahrungsergänzungsmittel (NEM) ein. Das Urteil fällt schlecht aus: Die meisten Präparate sind zu hoch dosiert, die Notwendigkeit der Supplementierung eher fraglich. Auch Apothekenmarken können nicht überzeugen.

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) stehen für viele Bürger:innen täglich auf dem Einnahmeplan. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder greifen immer öfter zu Brausetabletten und Saft, wenn es um die gesunde Ernährung geht. Meist sind es die Eltern, die auf die Einnahme bestehen. Dabei kann ein Vitamin- oder Mineralstoffpräparat nie eine gesunde Ernährung ersetzen. Der Speiseplan kann durch NEM maximal ergänzt werden.

Während in Deutschland rund 10 Prozent der Kinder NEM einnehmen, ist der Anteil in anderen Ländern weitaus höher. Korea hält mit 54 Prozent den höchsten Anteil. In den USA sind es bei den 2- bis 5-Jährigen 45 Prozent. In der Altersstufe der 6- bis 11-Jährigen liegt der Anteil weiterhin hoch bei 36 Prozent. Auch in anderen europäischen Ländern wie Dänemark, England oder Polen nehmen mehr als doppelt so viele Kinder wie in Deutschland regelmäßig NEM ein.

Die Verbraucherzentrale NRW warnt nun vor zu hoch dosierten Präparaten. Nicht immer muss eine Vitamin- und Mineralstoffversorgung gesundheitsschädlich sein, doch das „Zuviel“ sei dann schlichtweg überflüssig. Je nachdem, wie die Substanzen verstoffwechselt werden kann es auch zu einer Anreicherung im Körper kommen.

Geprüft wurden 26 Präparate von günstig bis teuer. Mit dabei waren auch Vertreter aus der Apotheke wie Orthomol, Doppelherz oder der Klassiker Sanostol. 85 Prozent der Präparate überschreiten bereits mit einer Tagesdosis die empfohlenen Gesamtzufuhrmengen an Vitaminen und Mineralstoffen für 4- bis 17-Jährige.

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