Wenn nötig: Impfschutz innerhalb von 14 Tagen möglich

Um sich auch kurz vor dem Sommerurlaub schützen zu können, sollte im Gespräch mit dem Arzt direkt der zweite Termin zur Impfung vereinbart werden. Ein Schnellschutz kann durch zwei Injektionen im Abstand von zwei Wochen aufgebaut werden. Der Impfschutz sollte, je nach Lebensalter, alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Generell sollte eine Impfung besser im Winter mit ausreichend Abstand zum Sommerurlaub erfolgen: Nötig sind – außerhalb des Schnellschutzes – drei Impftermine. Nach dem klassischen RKI-Impfschema findet die zweite Impfung ein bis drei Monate nach der ersten statt. Die dritte Impfung ist dann – je nach Impfstoff – fünf bis zwölf oder neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig.

Neue Empfehlungen

Neue Erkenntnisse und Empfehlungen im Bereich FSME führten Anfang des Jahres zu einer vollständigen Überarbeitung der zugehörigen S1-Leitlinie durch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Bisher war bekannt, dass die FSME vor allem durch Zecken übertragen wird – und zwar solche, die mit einem bestimmten Virus befallen sind. Dieses gelangt beim Biss der Zecke mit dem Speichel in die Blutbahn des Menschen. Im Körper breitet sich das Virus aus und kann zum Ausbruch von FSME führen. Nicht jeder Biss führt jedoch zu einer Infektion. In der neuen Leitlinie wird darauf hingewiesen, dass auch andere Wirtstiere für die Viren infrage kommen: Kleintiernager wie Mäuse, aber auch Ziegen, Schafe und Rinder können als Wirt dienen. In seltenen Fällen kann es daher durch verunreinigte, nicht pasteurisierte Milch von Ziegen, Schafen oder Kühen zur Ansteckung kommen. Außerdem können die FSME-Erreger durch eine Organtransplantation von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Die FSME kann nicht medikamentös behandelt werden – daher wird die Schutzimpfung empfohlen, um sich vor einer Infektion zu schützen. Mittlerweile wird empfohlen, die Immunisierung bereits im Winter zu beginnen, damit die Grundimmunisierung bis zum Zeitpunkt des größten Infektionsrisikos abgeschlossen ist. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung – vor allem in den Risikogebieten. Seitens der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es keine konkrete Empfehlung, ab welchem Alter Kleinkinder gegen FSME geimpft werden sollen. Die DGE empfiehlt jedoch, alle Personen nach Vollendung des ersten Lebensjahrs und vor Aufenthalt in Risikogebieten zu impfen.

 

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