„Ich habe meine eigene Impfung aufgezogen“

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Berlin - Während die Impfungen derzeit nur schleppend vorangehen, kann sich PTA Nicole glücklich schätzen – denn sie hat bereits die erste Dosis der Corona-Impfung erhalten. Das war jedoch mit einer großen Portion Glück verbunden: Die 26-Jährige arbeitet im Sterillabor einer Krankenhausapotheke. Als die Vakzine im hauseigenen Impfzentrum eintraf, wurde die PTA spontan zur Rekonstitution gerufen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie nicht, dass sie ihren eigenen Impfstoff aufziehen würde.

Seit 2019 arbeitet Nicole als PTA im Krankenhaus. Dort stellt sie Tag für Tag zahlreiche Chemotherapeutika im Sterillabor her – eine Arbeit, die ihr große Freude bereitet. „Das ist genau mein Ding – etwas Besseres konnte mir nicht passieren“, schwärmt sie. Da die PTA in ihrem Beruf priorisiert geimpft werden kann, hat sie sich bereits früh Gedanken gemacht.

„Ich bin zuerst schon unsicher gewesen“, meint sie. Schließlich habe es viele Ungereimtheiten und Unsicherheiten gegeben. Dennoch war die Angst, etwas bei ihren Eltern „einschleppen“ zu können, größer, denn ihr Vater ist dialysepflichtig. „Meine Eltern meinten zwar, ich solle das bei der Entscheidung außen vorlassen, aber man macht sich trotzdem Gedanken – ich möchte einfach wieder unbeschwert bei ihnen ein- und ausgehen können.“ Außerdem gibt es im direkten Umfeld einige Coronafälle, die vergleichsweise schwer verlaufen. „Dann lasse ich mich lieber impfen und habe nur leichte Symptome“, meint die PTA. Denn ihr junges Alter sei keine Garantie für einen harmlosen Verlauf.

Vor Weihnachten konnten sich die Mitarbeiter der Krankenhausapotheke, die geimpft werden wollten, in eine Liste eintragen. „Da wurde es dann das erste Mal konkret“, meint Nicole. „Ich habe dann nochmal intensiver darüber nachgedacht, der Impfstoff war ja mittlerweile schon etwas erprobter.“ Auch im Team habe man sich ausgetauscht. Nachdem einige zuerst zwiegespalten waren, hätten sich schließlich alle für die Impfung entschieden – sobald sie dran sind.

Am Krankenhaus befindet sich ein internes Impfzentrum, welches zu Beginn des Jahres bereits auf den Corona-Impfstoff wartet. „Wir wussten zwar, dass er irgendwann kommen würde, aber nicht wann und wieviel.“ Am 18. Januar war es schließlich soweit: „Wir waren gerade mitten in einer Chemo-Herstellung, als der Anruf kam“, erklärt sie. Gemeinsam mit einer Kollegin half sie anschließend spontan bei der Aufbereitung der Impfstoffe.

Zuerst wurde das Personal der Corona- und Intensivstation geimpft. „Es war schon spannend, ein Teil davon zu sein“, freut sich die PTA. Doch es kommt noch besser: „Es waren ein paar Dosen zu viel. Wir wurden dann spontan gefragt, ob wir direkt geimpft werden wollen“, erläutert die 26-Jährige. „Da war ich dann plötzlich ganz schön nervös“, gibt sie zu. Zuerst meldete sich der stellvertretende Leiter der Apotheke, dann war nur noch eine Dosis übrig. „Meine Kollegin kennt die Situation bei mir zu Hause und hat mir dann netterweise den Vortritt gelassen.“

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