Einsatz in Impfzentren: PTA wären dabei

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Berlin -

Mit dem ungewöhnlichen Vorschlag, PTA mit der Zubereitung der Corona-Impfstoffe zu betrauen, hat das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein für eine kontroverse Diskussion gesorgt. Zahlreiche PTA stehen einem solchen Einsatz in den Impfzentren erstaunlich aufgeschlossen gegenüber, wie eine aktuelle Umfrage von aposcope zeigt.

Grundsätzlich finden 71 Prozent der Apotheker und PTA den Ansatz positiv, dass die Corona-Massenimpfungen in eigens eingerichteten Impfzentren durchgeführt werden sollen. Die Idee, dass PTA aus öffentlichen Apotheken dort morgens den Impfstoff aus der Ampulle aufziehen, mit Kochsalzlösung vermischen und so die Impfdosen fertig zur Abgabe machen, sehen zwar 54 Prozent skeptisch. Doch immerhin 43 Prozent bewerten den Vorschlag positiv – wobei dieser Wert ausgerechnet in der Gruppe der PTA mit 36 Prozent etwas niedriger liegt.

42 Prozent der befragten PTA könnten sich vorstellen, diese Aufgabe auch selbst zu übernehmen. Am attraktivsten wäre dabei als Aufwandsentschädigung eine Vergütung, die 50 oder wenigstens 20 Prozent über Tarif liegt (48 vs. 27 Prozent). Aber auch mit einer einmaligen Bonuszahlung durch das Bundesland könnten sich 25 Prozent anfreunden. Für 20 Prozent wäre eine Vergütung als Mini-Job (450 Euro steuerfrei) in Ordnung. 14 Prozent würden die Aufgabe auch ohne zusätzliche Vergütung übernehmen, wenn sich dadurch ihre reguläre Arbeitszeit nicht verlängert beziehungsweise, wenn sie freigestellt werden.

Dass diese Arbeit neben dem vollen Dienst in der Apotheke zu leisten ist, halten drei von vier Befragten für unrealistisch, der Rest würde es sich zutrauen. Allerdings spielen in Sachen Freistellung die Inhaber wohl nicht mit, denn 73 Prozent gaben an, dafür gar nicht die personellen Kapazitäten zu haben. Nichtsdestotrotz würde jeder dritte Inhaber eine PTA für diese wichtige Aufgabe freistellen, weitere 5 Prozent sogar mehrere. Nacharbeiten müsste die Fehlzeiten wohl keine PTA – vorausgesetzt, dass die Apotheke eine Ausfallentschädigung erhält.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 20. und 21. November insgesamt 306 verifizierte Apotheker*innen und PTA teil.

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