Chinesischer Covid-19-Impfstoff: Baldige Zulassung möglich

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Berlin -

Im Rennen um die Zulassung eines Corona-Impfstoffes will sich ein chinesisches Unternehmen einen Vorsprung sichern. So beantragte der chinesische Impfstoffentwickler China National Biotec Group eine Zulassung seines Präparates, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua Finance am Mittwoch unter Berufung auf Äußerungen des Biotec-Mutterkonzerns Sinopharm berichtete.

Mit der Zulassung wäre China das zweite Land nach Russland, dass einen Impfstoff für die breite Anwendung in der Bevölkerung zur Verfügung stellt. Westliche Unternehmen wie Pfizer, Biontech und Astrazeneca sind noch nicht so weit: Aktuell werden lediglich Notfallzulassungen angestrebt, das ist in China bereits vor Monaten passiert. Im Gegensatz zu westlichen Herstellern hat China National Biotec Group allerdings noch keine Daten zur Wirksamkeit seines Mittels veröffentlicht, was einen Vergleich schwierig macht. Auch fällt es so schwer abzuschätzen, wie schnell eine Zulassung wahrscheinlich ist. Die zuständige Behörde soll nun die Daten aus den Phase-I- und II-Studien des Herstellers sowie Zwischendaten aus der Phase-III-Studie überprüfen.

Trotz der Tatsache, dass die Impfstoffe noch keine behördliche Zulassung erhalten haben, wurden zahlreichen Menschen in China im Rahmen eines Notfallprogramms bereits Impfdosen verabreicht. Der chinesische Staatskonzern hat laut der Nachrichtenagentur Bloomberg Impfstoffversorgungsabkommen mit mehreren Ländern geschlossen, darunter Malaysia, Brasilien, Pakistan und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die westlichen Impfstoffhersteller wie AstraZeneca und Pfizer haben mit deutlich mehr Ländern Vereinbarungen getroffen.

Auch der russische Impfstoff Sputnik V wurde ohne Vorlage aller Wirksamkeitsdaten zugelassen. Mitte August kam der Impfstoff auf den Markt, erst Anfang September veröffentlichte das nationale Gamaleya-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie die zugehörigen Daten. Die klinische Phase-III-Studie läuft aktuell. In Europa wird ein Arzneimittel erst nach Beendigung der Phase-III zugelassen. Bei der russischen Vakzine handelt es sich um einen Vektorviren-Impfstoff.

 

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