Betadine: Erhöhte Nachfrage wegen Corona

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Berlin -

Als PTA hat man immer wieder mit speziellen Kundenwünschen zu tun. In der vergangenen Woche wunderten sich viele Apothekenmitarbeiter über die vermehrte Nachfrage zu „Betadine“: Was hat es damit auf sich und worum handelt es sich überhaupt? Eine PTA schildert den Hype in der Apotheke.

Die Apotheke steht voll – soweit es unter den Maßnahmen der Abstandshaltung möglich ist. Die übrigen wartenden Kunden stehen vor der Apotheke. „Ich hätte gerne Betadine“, erklärt mir die Kundin. Und dann ging es mir wie vielen anderen Apothekenmitarbeitern auch: Das System zeigt lediglich ein Vaginalgel an. „Nein, das soll was zum Gurgeln sein. Stand im Internet“, werde ich von der anderen Seite aufgeklärt. Nach weiteren Forschungen und einer Suche bei Dr. Google werde ich schließlich ebenso fündig wie mein Gegenüber.

Gewünscht wurde eigentlich das Betadine Gurgelkonzentrat, welches in der Schweiz von Mundipharma auf dem Markt ist: Laut Gebrauchsinformation handelt es sich dabei um ein desinfizierendes Konzentrat zum Gurgeln und Spülen des Mund- und Rachenraumes. Es soll Bakterien, Pilze, Viren und andere Infektionsauslösende Erreger abtöten. Ein Versprechen, das in der aktuellen Situation wie ein Volltreffer klingt.

Eigentlich wird die iodhaltige Lösung jedoch zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen nach Verletzungen, von infektiösen Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes und des Zahnfleisches sowie vor und nach chirurgischen und zahnärztlichen Eingriffen angewendet. Das enthaltene Povidon-Jod zählt zu den sogenannten „Halogenfreisetzern“: Aus der Substanz wird nach dem Auftragen Iod freigesetzt, dieses reagiert mit der Oberfläche von zahlreichen Bakterien, Viren, Pilzen und anderen Krankheitserregern. Dabei schädigt es die Zellwand so stark, dass die Erreger absterben.

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