Povidon-Iod: Wirksam gegen Sars-CoV-2

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Berlin -

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie machten Gerüchte über die Wirksamkeit von Povidon-Iod in Gurgellösungen zum Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 die Runde. Immer wieder wurde die Wirksamkeit überprüft. Nun verweisen erste Hersteller auf positive Daten aus Studien.

Normalerweise kommt Povidon-Iod in Präparaten zur Wunddesinfektion zum Einsatz. Die Lösung wird zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen nach Verletzungen, von infektiösen Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes und des Zahnfleisches sowie vor und nach chirurgischen und zahnärztlichen Eingriffen angewendet. Der Wirkstoff zählt zu den sogenannten „Halogenfreisetzern“: Aus der Substanz wird nach dem Auftragen Iod freigesetzt, dieses reagiert mit der Oberfläche von zahlreichen Bakterien, Viren, Pilzen und anderen Krankheitserregern. Dabei schädigt es die Zellwand so stark, dass die Erreger absterben. Dadurch kommt es zu einem sofortigen Wirkeintritt gegen ein breites Keimspektrum.

Wirksamkeit in-vitro belegt

Eine In-vitro-Studie konnte nun die Wirksamkeit von Povidon-Iod- gegen Sars-CoV-2 zeigen, wie der Betaisodona-Hersteller Hermes berichtet. Getestet wurde die viruzide Aktivität von Povidon-Iod in der Zellkultur. Dabei konnte innerhalb von nur 30 Sekunden der Titer der noch infektiösen Sars-CoV-2 Viren um 99,99 Prozent gesenkt werden. Die Autoren der Studie sehen darin einen Hinweis, dass Povidon-Iod-Präparate zur Eindämmung des Pandemiegeschehens im Zuge der Hygienemaßnahmen geeignet sind. Auch frühere Studien mit den verwandten Coronaviren Sars-CoV und Mers-CoV konnten bereits ähnliche Hinweise liefern.

Auch die Firma Kreussler vermeldet positive Daten aus Laborexperimenten mit drei unterschiedlichen Isolaten von Sars-CoV-2 und seiner Mundspüllösung Dequonal. Die enthaltenen Wirkstoffe sind hier jedoch Dequaliniumchlorid und Benzalkoniumchlorid. Für die Untersuchungen wurden die Viren in sogenannten Suspensionsversuchen mit der Lösung gemischt. Durch die Zugabe verschiedener Proteine wurden die Bedingungen der respiratorischen Sekretion im Mund- und Rachenraum simuliert. Schon nach einer Inkubationszeit von nur 30 Sekunden habe Dequonal die Virusmenge aller getesteter Sars-CoV-2 Isolate reduziert, so dass die Virustiter auf unter die experimentelle Nachweisgrenze sanken.

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