Zyto-Skandal: Die Linke will Auskunft

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Da der Bottroper Zyto-Skandal durch zwei ehemalige Mitarbeiter des angeklagten Apothekers aufgeflogen ist, will die Linksfraktion wissen, wie die Bundesregierung zum Thema „Whistleblowing“ steht und ob sie anerkenne, dass das Hinweisgeben von illegalen Praktiken dem öffentlichen Interesse diene und daher gesetzlich schutzwürdig sei.

Vor dem Landgericht Essen ist der Bottroper Apotheker Peter S. angeklagt, jahrelang bei der Zyto-Herstellung gepanscht zu haben. Mehr als 1000 Krebspatienten sollen von einem Apotheker aus Bottrop zu gering dosierte Medikamente bekommen haben. Mit den Krankenkassen abgerechnet haben soll der 47-Jährige aber die angeordnete Dosierung. Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage erhoben.

Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 47 Jahre alte Apotheker bei mehr als 50.000 Infusionen die Wirkstoffe zu gering dosiert haben. Die Zahl der betroffenen Patienten soll im unteren vierstelligen Bereich liegen. Anfang Juli hatte die Stadt Bottrop eine Liste mit 49 Wirkstoffen veröffentlicht, für die eine Unterdosierung in den Infusionen angenommen wird. Nach Überzeugung der Ermittler wurde die Qualität der Präparate „gravierend gemindert oder völlig aufgehoben“. Mit dieser Masche soll der Apotheker den Ermittlungen zufolge die Krankenkassen um 2,5 Millionen Euro betrogen haben. Bei der Herstellung soll er zudem Hygieneregeln missachtet haben.

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