„Wir müssen jetzt vor allem Zeit gewinnen“

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Berlin - Warum ist das Coronavirus gefährlicher als die normale Grippe? In Berlin informierte Professor Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Insituts (RKI), über die aktuelle Lage. Aus seiner Sicht gibt es mehrere Gründe, warum jetzt stringente Maßnahmen erforderlich sind.

Laut Wieler zeichnet sich das Coronavirus dadurch aus, dass es sich sehr leicht und in einem sehr frühen Stadium überträgt und deshalb eine hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit hat. Dies wisse man erst seit wenigen Wochen, davor sei man davon ausgegangen, dass das Virus sich ähnlich wie SARS vor 17 Jahren verbreite.

Ein weiterer Aspekt ist der Krankheitsverlauf: Zwar zeigten 80 Prozent der Infizierten nur milde Symptome, aber in 15 Prozent gebe es schwere Krankheitsverläufe. In 1 bis 2 Prozent sei die Infektion sogar tödlich. Dies hänge zwar eventuell von der Region ab; in China sei die Todesrate vielleicht höher als hierzulande – man kenne den Nenner nicht. Aber die Sterblichkeit sei definitiv höher als bei der Grippe. „Daher geht es jetzt darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Verbreitung zu verhindern.“

Betroffen sind laut Wieler vor allem die klassischen Risikogruppen, also ältere Menschen und Patienten mit Grunderkrankungen, deren Organismus mit Infektionen weniger gut umgehen könne. Umso wichtiger seien die empfohlenen Impfungen, um Komplikationen zu vermeiden. Dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen, sei derzeit nicht zu erklären und womöglich eine statistische Verzerrung. Haustiere seien nach derzeitigem Kenntnisstand kein Thema.

Erschwerend kommt laut Wieler hinzu, dass es keinen Impfstoff und keine medikamentöse Therapie über die Symptombehandlung hinaus gibt. Mit einer Vakzine sei in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen, so Wieler. Was das Therapeutikum angeht, gebe es erste Hinweise auf geeignete Kandidaten. In China würden derzeit viele klinischen Studien durchgeführt, die teilweise eine hohe Effizienz zeigten. „Für uns geht jetzt vor allem darum, Zeit zu gewinnen. Damit steigt die Chance, dass eine Therapie zur Verfügung steht.“

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