Bericht zu Fehlverhalten

Rezeptfälschungen: DAK beziffert Schaden in Millionenhöhe

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Berlin -

2300 Fälle von Fehlverhalten im Gesundheitswesen sind 2024 und 2025 neu bei der DAK eingegangen. Damit verzeichnet die Krankenkasse einen Anstieg von 30 Prozent in diesem Bereich. Entstanden sind 15,6 Millionen Euro Schaden – den höchsten Anteil daran sollen Vergehen im Arznei- und Verbandmittelbereich haben mit einem Schadenwert von 5,5 Millionen Euro.

Zusammen mit den Bestandsfällen bearbeitete die Kasse 4900 Fälle möglichen Betrugs – zunehmend seien diese der organisierten Kriminalität zuzuordnen. Dies geht aus dem aktuellen Bericht der DAK zur Fehlverhaltensbekämpfung hervor.

„Die große Mehrheit der Leistungserbringer rechnet korrekt ab. Dennoch nehmen die Fallzahlen zu und verursachen jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe“, so Jürgen Schneider, Leiter der Stabsstelle Revision und Fehlverhaltensbekämpfung bei der DAK-Gesundheit. „Eine wachsende Rolle spielt dabei organisierte Kriminalität. Die Digitalisierung hat neue Betrugsmuster zur Folge. Wir beobachten mit besonderer Sorge eine zunehmende Kriminalisierung. Während in der Vergangenheit Einzeltäter oder kleinere Netzwerke im Fokus standen, agieren heute zunehmend professionell organisierte Strukturen, die gezielt Schwachstellen im System ausnutzen.“

Insgesamt seien die Ermittlungen zunehmend aufwändiger, die Schäden größer und die Aufklärung brauche immer mehr Zeit. An dem Posten im Arzneimittelbereich hätten vor allem die Rezeptfälschungen einen großen Anteil; insbesondere hochpreisige Krebsmedikamente sowie Antiadiposita seien hier gegen gefälschte Rezepte abgegeben worden.

1000 Fälschungen in nicht mal 2 Jahren

„Hier haben wir Betrug mit angeblichen Verordnungen im großen Stil und mit ausgeklügeltem System beobachtet“, so Dennis Zachert, Leiter des Fachbereichs Fehlverhaltensbekämpfung. Zwischen April 2024 und November 2025 sind bei der Kasse etwa 1000 Rezeptfälschungen mit einem Schadenvolumen von rund 1,1 Millionen Euro eingegangen. „Die konsequente Umsetzung des E-Rezepts kann dazu beitragen, dieser Form des Abrechnungsbetrugs entgegenzuwirken“, so Zachert.

Auf den Leistungsbereich Pflege entfalle etwa die Hälfte der Betrugsfälle. Der Schaden belaufe sich auf 3,6 Millionen Euro, die vor allem in der häuslichen Krankenpflege entstanden sind. An dritter Stelle folgt der Leistungsbereich Fahrtkosten. Die Schadenshöhe liegt hier bei 1,8 Millionen Euro. Im Bereich Hilfsmittel liegt der Schaden bei 1,6 Millionen Euro, im Bereich Heilmittel bei 800.000 Euro.

„Durch die fortschreitende Digitalisierung ergeben sich mehr Angriffsflächen, aber auch Chancen“, so Zachert. „Künstliche Intelligenz (KI) kann sowohl zur Betrugsaufklärung als auch zur Vorbeugung von Betrugsfällen beitragen. Entsprechende Angebote sind bereits auf dem Markt. Um das darin liegende Potenzial voll ausschöpfen und kassenübergreifend anwenden zu können, braucht es jetzt eine sichere und verbindliche datenschutzrechtliche Grundlage.“

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